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Bottich
Diskothek, Tanzbar, Live Club,
Jazz Club
D-73434 Aalen
Hofherrnstr.81
Tel. 07361-41222

 
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Ü40 BeatCluB

Vorankuendigungen

Das beliebteste Ausflugslokal

auch schon in den 50ér Jahren

das "Rössle" seit 1968 "BOTTICH"

Postkarte ist von 1957

JazzJamSession

2020

Download hier:

New Werbe Banner ab 03/2020

jeden 2´ten Mittwoch im Monat

  • Eintritt frei
  • Alle Instrumente Willkommen

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Ü40 BeatCluB

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Presseberichte

http://stories.schwaebische.de/bottich#94867

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-50-Jahre

Der-Bottich-feiert-Geburtstag-_arid,10646522_toid,1.html

30.09.2018 15:23 ( 1942 x gelesen )

Ein Nachbericht der Aalener Nachrichte von Johannes Müller

Seit 50 Jahren treffen sich die Fans von Rock, Pop und Jazz im Bottich. Das urige Lokal wurde von Hanjörg Reich gegründet und wird seit über 40 Jahre von Geschäftsführer Wolfgang Fausel geleitet. Renommierte Spitzenbands haben die zahlreichen Fans begeistert. Sie kamen auch in Scharen am Freitagabend zum Jubiläumskonzert mit der A-Band und der Stargitarristin und Sängerin Yasi Hofer.

Die 25-jährige Ulmerin nennt sich einen „spirituellen Menschen“ – und das prägt auch ihre Musik. Geisterfüllt sind ihre Lieder, die sie durchweg selbst komponiert und textet. Spirituell meint sie nicht religiös, obwohl sie christlich erzogen ist und sich zum Christentum bekennt, aber in freier eigener Lebensgestaltung. Ihr zweites Album, mit dem sie zur Zeit durch Europa tourt, nennt sie „Faith“, also Glaube. Es ist geprägt von ihrer Art des Glaubens. Da gehört beispielsweise der Schutz der Tiere und der ganzen Schöpfung dazu.

„Painting my own world“ singt sie und meint, dass sie ihre eigene Welt malt, in dem nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere ihren Platz haben. Langgezogene, meditative Töne durchziehen ihre Lieder und machen nachdenklich. Sie scheut sich aber auch nicht, kantige Riffs reinzuhauen und damit Ausdruck zu schaffen. „Ich möchte die Leute auf meine Musik aufmerksam machen“, sagte sie in einem Pausengespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung / den Aalener Nachrichten“. Sie will zum Denken und Mitfühlen anregen.

Studium in Stuttgart und am Berklee College in Boston

Die hohe Qualität ihres Gitarrenspiels und der Komposition hat sich die Ulmerin in langen Jahren der Ausbildung und des Übens angeeignet. Mit zwölf Jahren hat sie auf der Musikschule mit Gitarrenunterricht begonnen. Mit dem Studium auf der Musikhochschule Stuttgart ging es weiter, internationale Reife holte sie sich auf dem Boston Berklee College in USA. Seither spielt die sympathische Musikerin mit ihren kurzen blonden Haaren auf internationalen Events mit Howard Carpendale, Rafael, Steve Vai, Hellmuth Hattler oder Chris Thompson.

Nach umjubelter Präsentation ihrer eigenen Lieder, kongenial begleitet von Jochen Klass auf der Bassgitarre und Thomas Göhringer am Schlagzeug, übernahmen die übrigen fünf Mann der A-Band den zweiten Teil des Doppelkonzerts: Ralf Meiser (Gesang, Gitarre), Tommy Bezler (Gitarre), Markus Angstenberger (Keyboard), Tom Cox (Schlagzeug) und Jürgen Funk (Bass). Die erstklassigen Profis, die sich aus der Aalener Musikszene und teilweise auch vom gemeinsamen Musikstudium her kennen, überzeugten mit einer exklusiven Auswahl internationaler Coversongs.



30.07.2018 17:38 ( 1870 x gelesen )

Vor 50 Jahren eröffnete das "Manfred Schiegl Quartett" den "Bottich"

"Spiel es noch einmal, Manfred!"

Feiert sonntagmorgens eine Disko Jubiläum, muss es schon eine besondere sein. Wie beim Unterrombacher "Bottich", der zu seinem 50. ganz  Aalen mitfeiern lässt. Sicher mit ein Grund für den Besucheransturm ist aber das legendäre "Manfred Schiegl Quartett". Die Musiker sind in guter Erinnerung, von OpenAir-Konzerten im Fachsenfelder Schloss und dem Summer-Breeze mit Melodien von James Last und Co auf dem Spritzenhausplatz. Nun sitzt der mittlerweile 79 Jahre junge Bandleader lässig zwischen Livius Bogdan (Violine), Andreas Scheer (Bass) und Siegfried Liebl (Klavier), spielt Schlagzeug - als wär´s ein Traum von gestern.

Von gestern auch der Vormittag. Jedoch gingen Ende der 60er die bunten Flackerlichter der Disko freilich erst am Abend an. Musste man damals meist keinen Obolus entrichten - es sein denn ein paar Mark bei einer Live-Band - so ist heuer alles dem Euro geschuldet. Dennoch stehen die Besucher vor der Kasse Schlange. Vom grellen Licht der Sommersonne geht´s hinein in den proppenvolle "Bottich". Dröhnende Musik? Fehlanzeige! Die Gäste unterhalten sich. Manch einen hat man lange nicht mehr gesehen. Auch Bundesbürgermeister Frau Prof. Dr. Dr. Henze gibt sich die Ehre. In der Disko sei er früher nur ein paar Mal gewesen. Doch seit Stefan Frank zu Jazz-Sessions lud, sei er immer wieder vorbeigekommen.

Schummrig und eng wie einst geht es an diesem Vormittag zu. Auf Tuchfühlung mit anderen. "So wollten wir es schon damals! Schließlich waren wir jung", schmunzelt eine älter gewordene Dame beim Vorbeizwängen. Damals plärrte im Radio Heintje sein "Heidschi Bumbeidschi", in der Diskothek schmachtete Roy Black "Ich denk’ an Dich". Ach ja, der Stehblues. Neben einer Flotten Sohle beim Foxtrott und einem anständigen English Waltz der angesagte Hit auf der Tanzfläche. Aber auch die Beatles mit "Hey Jude" gehörten in diese Kategorie. So richtig heiß ging es her bei den Stones mit "Jumpin' Jack Flash", nicht zu vergessen die Balladen von Tom Jones und den Bee Gees. Iron Butterfly mit "In-A-Gadda-Da-Vida" zog ein und Deep Purples Rock näherte sich.

Wie im Rest der Republik stand auch im "Bottich" diese und die Popmusik der 60er im Mittelpunkt. Ein perfekter Soundtrack, der - daran muss erinnert werden - auf der Straße einen Sommer lang Protest gegen das Establishment war. In der Disco wurde zu "Street Fighting Man",  "Revolution" und "Respect" wenig wütend, dafür aber umso ausgelasser getanzt. Von wegen "Born to be wild". Die Protestkultur via Rock und Blues aus der Feder von Jimi Hendrix, Janis Joplin oder den Doors machte meist einen Bogen um die Diskos.

Apropos tanzen. Freilich gab es auch andere Formen, schließlich war der "Bottich" als Nachfahre des Tanzcafés Karlmann Reich multikulti. Manfred Schiegl erinnert mit seiner Musik daran. Insbesondere mit seinen Reminiszenzen an die großen Komponisten und Sänger, die keiner harten oder gar lauten Beats bedurften. Im Gegenteil: Höchst behutsam bedient Schiegl sein Schlagzeug, intoniert "Ganz leise erklingt das Lied", lässt ein sehnsuchtsvolles "So schön war die Zeit" folgen. Daraus entwickelt sich ein nettes Freddy-Quinn-Potpourri voll alter Hits. Und weil´s dabei eben so schön heimelig nach damals klingt, bitten die Musiker nach Wien. Scheer zupft verhalten den Bass, Bogdan lässt die Violine charmant singen, Liebl das Klavier wohlig plätschern. Und was Schiegl dabei sanft auf die Trommelfelle bringt, sang bereits Peter Alexander, später auch Placido Domingo: "Grüß mir mein Wien".

So schön war tatsächlich die Zeit! Man glaubt es kaum. Hin und weg sind deshalb des "Bottichs" Gäste. "Bei solchen Liedern geht mir das Herz auf", verrät die 72jährige Marianne vom Nebentisch. Traudel, Werner und Günther nicken zustimmend und freuen sich schon auf später, denn da will Manfred Schiegl auf Zuruf spielen. "Ich habe so viele Musikwünsche", gesteht Traudel. Nur das mit dem Tanzen will heuer nicht so recht klappen. Ein Schelm, wer Übles dabei denkt! Natürlich nicht des Alters der Gäste, sondern der vielen Diskogänger wegen. Und der Fotografen. Alle drängeln sich vor den Musikern, fotografieren und filmen mit Handys. Manfred Schiegl strahlt ob diesem Zuspruch und wird wie zu alten Zeiten  nimmer müde Swing, Jazz und Klassik dazu zu liefern.

So auch vor fünf Jahrzehnten, als er am damaligen 13. September die Aalener Diskothek "Bottich" eröffnete. Den Kübelnamen hat die Disko übrigens von den halbierten Gärbottichen, die mit Fellen bedeckt als Sitzmöglichkeiten dienten. Da konnte man sich regelrecht hineinlümmeln, um laut "Bottich"-Historie solch bekannten Musikern wie Günther Leimstoll, Peter Witte, Charly Antonini, Felix Kaufmann und Erwin Lehn zu lauschen.

Manfred Schiegl war dabei der Primus inter Pares und obendrein nicht nur in Aalen ein musikalisches Schwergewicht.  Nahezu 40 Jahre lang spielte er als Erster Soloschlagzeuger und Pauker bei den Stuttgarter Philharmonikern, mit denen er im Schnitt jährlich 90 Konzerte und Tourneen weltweit bestritt. Teils mit den ganz Großen der Musikszene. Schönes Beispiel dafür: Yehudi Menuhin. Als Musiklehrer im Ostalbkreis sorgte er für die ersten Schritte von Nachwuchstalenten, unter anderem Thomas Göhringer und Markus Lonardoni. Und als ob dies nicht schon genug wäre, setzt er sich auch noch in seine Studierstube und komponiert für das Landestheater Tübingen die Schlagzeug-Musik zu den „Persern von Aischylos“, verfasst für den Leipziger Hofmeister Verlag eine „Schlagzeugschule“. Und er hält seit 54 Jahren das "Manfred Schiegl Quartett", zusammen, spielt CDs ein und heimst so  2001 den Jazzpreis Ostwürttemberg (JazzO) ein.

Manfred Schiegl, der Allrounder. Nicht nur ein Jazzer. Zum runden "Bottich"-Geburtstag versprach er bereits im Vorfeld Musik zu spielen, die längst kaum noch zu hören ist, mit der er aber anderen nach wie vor eine Freude bereiten kann. Swing und Mozart,  und Chatschaturjan, Robert Stolz und Helmut Zacharias, dazu berühmte Operetten und Schlagern, Medleys und immer wieder Jazz.  Heintje spielte er übrigens tatsächlich nicht. Doch wie gesagt, Freddy Quinns "So schön, schön war die Zeit, so schön, schön war die Zeit" schon. Passt auch besser,  der Außentemperatur wegen, weil Freddy so augenfällig vom "brennend heißem Wüstensand" singt. In Unterrombach an diesem Sonntagmittag ist allerdings der Asphalt gemeint.

https://www.aalener-kulturjournal.de/theater-musik-kunst/50-jahre-bottich/



30.07.2018 11:29 ( 1972 x gelesen )

Fünfzig Jahre ist das schon her? Mein Gott, sind wir alt geworden!“ Mit diesen oder ähnlichen Gedanken sind am Sonntagvormittag gut 150 überwiegend ältere Herrschaften – und der ein oder andere Enkel – in den Bottich nach Unterrombach gepilgert, der in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag feiert.

Da wurden Erinnerungen wach: Das Manfred Schiegl Quartett spielte zum Bottich-Jubiläum. (Foto: Thomas Siedler)

Manfred Schiegl und sein Quartett spielten zu einem ausgedehnten Geburtstagsständchen auf. Einiges hat sich in der legendären Lokalität seit damals verändert, vieles ist aber noch genauso wie damals. Der Eingang befindet sich nach wie vor rechts hinten am Gebäude, das hatte schon damals irgendwie etwas Konspiratives. Die alten Essigfässer als Sitzgelegenheiten gibt’s im Bottich zwar schon lange nicht mehr, aber die beiden Flipperautomaten stehen immer noch vor dem Klo. Und Wolfgang Fausel, Geschäftsführer seit Mitte der 70er Jahre, hat nach wie vor das Kommando hinter der Theke.

Manfred Schiegl, Grand Seigneur des Jazz, der Schlager- und Tanzmusik hat vor 50 Jahren zur Eröffnung im Bottich gespielt und heute wie damals beginnt sein Auftritt mit einem Schlagzeugsolo, zu dem sich nach einigen Takten der Bass von Andreas Scheer dazugesellt. Dann greift Siegfried Liebl in die Tasten des Piano und schließlich stimmt auch Liviu Bogdan mit der Geige ein und die sprichwörtliche musikalische Post geht ab.

Manfred Schiegl und seine Kollegen begeben sich mit gepflegtem Sound, den man sich auch in einer angesagten Nachtbar vorstellen könnte, auf eine Zeitreise quer durchs musikalische Gemüsebeet. Darin fanden die gut aufgelegten Zuhörer in der schweißtreibenden Atmosphäre – auch das war früher schon so – sowohl ein Potpourri aus der Wiener Kaffeehauszeit mit Liviu Bogdan als Stehgeiger als auch alte Schlager von Freddy Quinn, aber auch viele Jazz-Standards oder Klassiker wie „Für Elise“, das „Concierto de Aranjuez“ oder die „Ballade pour Adeline“ aus dem Repertoire von Richard Clayderman.

Die Vielseitigkeit der Musik aufzuzeigen und damit die Zuhörer zu unterhalten, das war Manfred Schiegls Intention an diesem Vormittag. Und das gelang dem Quartett auf charmante Art und Weise, denn die vier Profis haben es nach wie vor „drauf“. Schiegls Drive am Schlagzeug ist immer noch mitreißend und temperamentvoll. Andreas Scheer groovte locker-flockig durch die Bassgänge, Siegfried Liebl sang und bediente flink, aber auch gefühlvoll das Piano und Liviu Bogdan handhabte gekonnt wie eh und je seine Geige und das Saxophon. „So schön war die Zeit“ heißt es in einem Song von Freddy Quinn und damit war alles gesagt, bei der musikalischen Geburtstagsparty am Sonntag im Bottich.



15.06.2018 10:04 ( 2095 x gelesen )

50 Jahre ist es am 13. September her, dass der Bottich im Saal der ehemaligen Gaststätte Rössle eröffnete. Seither ist die Aalener Diskothek Kult. Die musikalische Eröffnung spielte 1968 der Aalener Vollblut-Musiker Manfred Schiegl. Im Jubiläumsjahr des Bottichs kehrt er nun hierher zurück. Am 29. Juli gibt er um 11 Uhr mit seinem Manfred Schiegl Quartett eine Matinee für Freunde handgemachter Musik. Neben Swing, Jazz und Klassik stehen auch Gassenhauer auf dem Programm, die bereits bei der Eröffnung des Bottichs zu hören waren.

Wenn Manfred Schiegl heute die Diskothek in Unterrombach betritt, werden viele Erinnerungen an die Anfänge des Tanzlokals wach, das Aalens Gaststättenkönig Karlmann Reich mit seinem Bruder Hansjörg vor 50 Jahren im Westen der Stadt eröffnet hat. Die in zerschnittenen Gärbottichen angeordneten und mit Fell bedeckten Sitzmöglichkeiten, die dem Bottich einst seinen Namen gaben, waren ebenso Kult wie Auftritte hochkarätiger Musiker, zu denen unter anderem Günther Leimstoll, Peter Witte, Charly Antonini, Felix Kaufmann oder eine Formation von Erwin Lehn zählten.

Den ersten Künstler, den Karlmann Reich allerdings musikalisch verpflichtet hat, war Manfred Schiegl. Neben der Eröffnung spielte der Aalener auch bei etlichen Tanzcafés, die am Sonntagnachmittag im Bottich stattfanden. Bereits in den 60er Jahren war der heute 78-Jährige eine feste Größe in der Musikszene und darf sich seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Musikern zählen, die Aalen hervorgebracht hat.

Der Nachwuchs lag dem Aalener stets am Herzen

37 Jahre lang war Schiegl erster Soloschlagzeuger und Pauker bei den Stuttgarter Philharmonikern, mit denen er im Jahr 87 Konzerte und etliche Tourneen in Europa und Übersee bestritt. Bei den Konzerten stand er auch mit den ganz Großen auf der Bühne. Unter anderem mit dem weltweit berühmten Geiger Yehudi Menuhin. Fast 40 Jahre lang war Schiegl zudem Lehrer an der städtischen Musikschule in Aalen und unterrichtet heute noch mit 78 Jahren an der städtischen Musikschule in Oberkochen, an der er seit 38 Jahren tätig ist. Während seiner Zeit als Lehrer hat er viele Nachwuchstalente hervorgebracht. „20 meiner ehemaligen Schüler unterrichten heute landesweit an städtischen Musikschulen, andere wie Thomas Göhringer oder Markus Lonardoni sind viel beschäftigte Schlagzeuger oder Komponisten“, sagt Schiegl stolz.

Als Komponist hat sich auch der Aalener einen Namen gemacht. Unter anderem schrieb er für die Aufführung der „Perser von Aischylos“ des Landestheaters Tübingen die Schlagzeug-Musik und verfasste für den Hofmeister Verlag in Leipzig eine eigene „Schlagzeugschule“, die weltweit verbreitet wurde. Schiegl war auch der Gründer des landesweit größten Percussion-Ensembles mit 64 Musikern, das noch heute auf den Reichsstädter Tagen auf der Bühne steht. Last but not least machte er sich mit seinem Manfred Schiegl Quartett, das seit 54 Jahren besteht und mit dem er bereits mehrere CDs eingespielt hat, über die Grenzen des Ostalbkreises einen Namen. 2001 wurde er zudem mit dem Jazzpreis Ostwürttemberg (JazzO) ausgezeichnet.

Der 78-Jährige hat viel erlebt, auf den Gig am 29. Juli freut er sich aber besonders. Vor allem, weil er damit ein ganz klares Ziel verfolgt. „Ich möchte den alten Aalenern mit meiner Musik, die heute so gut wie nicht mehr zu hören ist, schöne Stunden bereiten und sie in Zeiten entführen, als die Musik noch nicht aus der Konserve kam.“ Für das junge Klientel gebe es genügend Angebote. Deshalb sei das Programm, das er gemeinsam mit seinen Kollegen Livius Bogdan (Geige und Saxofon), Andreas Scheer (Kontrabass) und Siegfried Liebl (Gesang und Klavier) im Bottich musikalisch servieren wird, auf die ältere Zielgruppe abgestimmt.

Der erste Block wird sich der klassischen Musik widmen, die ganz im Stil des Quartetts verswingt wird, sagt Schiegl und denkt unter anderem an „Eine kleine Nachtmusik“ oder den „Türkischen Marsch“ von Wolfgang Amadeus Mozart sowie an Werke von Luigi Boccherini, Frédéric Chopin und Ludwig van Beethoven. Auch der „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan stehe auf der Liste der vier Musiker. Weitere Programmteile werden sich den großen Werken der Komponisten Robert Stolz, Peter Kreuder und Helmut Zacharias widmen. Neben Operetten und Schlagern wird auch der Jazz nicht zu kurz kommen. Eingeplant seien zudem Medleys der Beatles und von Elvis Presley. Und auch Frank Sinatra werde bei der Matinee entsprechend gewürdigt.

Für OB Ulrich Pfeifle würde er „Mona Lisa“ spielen

Das grobe Programm hat Schiegl im Kopf. „Ich werde aber auch auf das Publikum und dessen Wünsche eingehen. Wenn etwa der ehemalige OB Ulrich Pfeifle kommen sollte, werden wir auf jeden Fall sein Lieblingslied Mona Lisa von Nat King Cole aus dem Jahr 1950 spielen.“ Ein Netz mit doppeltem Boden gebe es bei den Auftritten des Manfred Schiegl Quartetts nicht. „Wir proben weder im Vorfeld, noch wissen meine Kollegen, was wann drankommt. Wir verstehen uns blindlings. Das zeichnet Vollblutmusiker einfach aus.“

Keine Überraschung für die Besucher der Matinee dürfte es allerdings sein, wenn Schiegl zeitlich überzieht. Denn wenn er einmal am Schlagzeug sitzt, ist er voll in seinem Element. Sicherlich wird er auch die eine oder andere Anekdote aus dem Hut zaubern.

Nach seinem Auftritt, „zu dem hoffentlich viele ältere Aalener den Weg in den Bottich finden“, überlässt er das Feld wieder seinen jungen Kollegen, die bei den Jazz-Jam-Sessions hier auftreten. Ohne den Bottich würde etwas fehlen, sagt der 78-Jährige. Die Disko in der Weststadt sei nicht nur ein Stück Aalener Geschichte, sondern biete jungen Künstlern eine tolle Plattform, um sich zu präsentieren.



10.05.2018 19:09 ( 2072 x gelesen )

Keine Panik

Fotorecht

Fotografieren in Zeiten der DSGVO – Große Panikmache unangebracht

Die DSGVO kommt – und mit ihr die Panikmache im Netz. Diese halten wir grundlegend und insbesondere im Bereich der Fotografie für überzogen. Daher unser Standpunkt zum Fotorecht, dem KUG und der DSGVO.

Auf Wunsch zahlreicher Leseranfragen wollen auch wir zu der aktuellen und kommenden Problematik rund um Datenverarbeitung im Bereich der Fotografie und insbesondere zum Verhältnis vom KUG zur DSGVO ausführen.

Die Rechtslage ist im Moment äußerst unklar – und das Problem hierbei wie üblich: 3 Juristen, 5 Meinungen. Warum allerdings nun zahlreiche Juristen nahezu in Weltuntergangsstimmung das Ende der Fotografie heraufbeschwören, ist insbesondere in dieser Form nicht nachvollziehbar. Natürlich ist auch unsere nun folgende Meinung nicht in Stein gemeißelt. Nichts Genaues weiß man schließlich nicht. Aber mal aus unserer Sicht ein paar juristische Worte zur aktuellen Situation um vielleicht auch der Panikmache einiger Kollegen ein wenig Einhalt zu gewähren.

Aktuelle Rechtslage: KUG geht dem BDSG regelmäßig vor

Kommt es im Einzelfall zur Frage der Anwendbarkeit von KUG und/oder BDSG, so gehen die Bestimmungen des KUG als spezialgesetzlicher Bildnisschutz regelmäßig vor. Dies ergibt sich nach allgemeiner Ansicht bereits aus dem alten § 1 Abs. 3 S. 1 BDSG, welcher die Subsidiarität des BDSG gegenüber spezielleren Gesetzen bestimmt hat.

Die §§ 22, 23 KUG regeln also im bekannten Grundsatz-Ausnahme-Verhältnis die Einwilligungspflicht für eine Veröffentlichung von Bildnissen, soweit nicht die Belange der abgebildeten Person hinter einem gesetzlich normierten Interesse des Nutzers zurückstehen müssen. Hiervon profitierten Privatpersonen ebenso wie professionelle Bildersteller und -verwerter.

Neue Rechtslage: DSGVO, BDSG-neu und KUG

Was passiert nun ab dem 25. Mai 2018? Die gesamte Diskussion in zahlreichen Publikationen dreht sich im Grunde um die Frage, ob das KUG als spezialgesetzliche Regelung der DSGVO und dem BDSG-neu noch vorgehe oder teilweise/vollständig verdrängt werde.

Soviel zur Theorie. In der Praxis stellt sich die Frage, was für Auswirkungen dieser Streit haben kann. Grundsätzlich vorwegnehmen wollen wir hier zunächst ohne Diskussion, dass u.a. das Anfertigen von Fotos, das Speichern und natürlich auch die Veröffentlichung dieser eine Verarbeitung personenbezogener Daten darstellen kann.

Keine Änderung bei Datennutzung im privaten oder familiären Bereich oder in Bezug auf Daten von Verstorbenen

Wir vertreten die Ansicht, dass bei Anfertigung und Nutzung von Fotografien im privaten Bereich weiterhin die „alte“ Rechtslage gilt. Also das KUG mit all seinen Facetten und Abwägungsschwierigkeiten im Einzelfall. Dies lässt sich bereits mit Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO bzw. § 1 Abs. 1 S. 2 BDSG-neu begründen. Die DSGVO findet demnach keine Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten.

Eine hierzu weitergehende Erklärung findet sich in den Erwägungsgründen, genauer in ErwG. 18:

Diese Verordnung gilt nicht für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die von einer natürlichen Person zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten und somit ohne Bezug zu einer beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit vorgenommen wird. Als persönliche oder familiäre Tätigkeiten könnte auch das Führen eines Schriftverkehrs oder von Anschriftenverzeichnissen oder die Nutzung sozialer Netze und Online-Tätigkeiten im Rahmen solcher Tätigkeiten gelten.

Für die heutige Zeit wenig erstaunlich aber um so beispielhafter wird also ausdrücklich sogar die Veröffentlichung in sozialen Netzwerken vom Anwendungsbereich der DSGVO ausgeschlossen, solange dies ohne Bezug zur beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit geschieht. Dies ist eine äußerst weite Nutzungsmöglichkeit. Für private Schnappschüsse im Urlaub, auf der Straße oder zu Hause dürfte es also bei den alten Grundsatz-Ausnahme-Regelungen der §§ 22, 23 KUG bleiben.

Ähnlich deutlich soll die DSGVO nach ErwG. 27 nicht für die personenbezogenen Daten Verstorbener gelten. Da gibt es kaum mehr zu sagen. Hier gilt weiterhin das zu beachtende „postmortale Persönlichkeitsrecht“.

Mögliche Probleme bei gewerbsmäßiger Fotografie

Schwierigkeiten können sich also eher im gewerblichen / kommerziellen Bereich ergeben. Hier jedoch bereits: STOPP! Denn wie an anderer Stelle richtigerweise kurz zusammengefasst kann nach Art. 85 DSGVO der nationale Gesetzgeber Spezialregelung festlegen. Die Öffnungsklausel ist weit gefasst und lässt ausreichend Diskussionsspielraum zu.

Hier erinnert man sich auch an die Diskussion um die Cookie-Richtlinie und den Regelungen im TMG, wo nach Aussage des Gesetzgebers keine neuen Regelungen geschaffen werden mussten – sie waren schließlich schon da. Zwar wäre eine Klarstellung auch im Hinblick auf KUG vs. DSGVO bzw. BDSG-neu wünschenswert. Doch unserer und der Ansicht von Kollegen nach kann das KUG als eine solche Spezialregelung angesehen werden. Weitere Regelungen sind nicht zwingend notwendig.

Daher kann mit gutem Gewissen bereits hier ein Strich gezogen und vertreten werden: Auch bei gewerbsmäßiger Personenfotografie gelten weiterhin die §§ 22, 23 KUG.

Für alle Theoretiker aber mal weiter.

Was wäre wenn die DSGVO das KUG verdrängt

Selbst wenn wir die DSGVO zur Anwendung kommen lassen wollen, stellt sich die Frage der Auswirkungen. Viele stürzen sich direkt auf die Einwilligungspflicht. Das ist bereits fatal. Um dies darzustellen wollen wir hier schrittweise vorgehen: Gibt es 1. eine Rechtfertigungsmöglichkeit oder braucht der Fotograf 2. eine Einwilligung?

1. Rechtfertigungstatbestände nach Art. 6 DSGVO

Eine Erlaubnis zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten finden wir in Art. 6 DSGVO. Die Verarbeitung ist nur rechtmäßig, wenn eine Einwilligung erteilt wurde (dazu unten) oder mindestens eine der nachstehenden Bedingungen erfüllt ist:

a. […]

b. die Verarbeitung ist für die Erfüllung eines Vertrags, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich, die auf Anfrage der betroffenen Person erfolgen;

c. die Verarbeitung ist zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich, der der Verantwortliche unterliegt;

d. die Verarbeitung ist erforderlich, um lebenswichtige Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person zu schützen;

e. die Verarbeitung ist für die Wahrnehmung einer Aufgabe erforderlich, die im öffentlichen Interesse liegt oder in Ausübung öffentlicher Gewalt erfolgt, die dem Verantwortlichen übertragen wurde;

f. die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen, insbesondere dann, wenn es sich bei der betroffenen Person um ein Kind handelt.

Weniger interessant sind b.-d. Für b. muss der Auftrag von der betroffenen Person selbst erfolgen. Dass dürfte also selbsterklärend sein. C. verlangt, dass der Auftraggeber rechtlich verpflichtet ist, Fotos anzufertigen. Hier wird es kaum zu kommen. Und lebenswichtige Interessen im Sinne von d. sind nach ErwG. 46 beispielsweise humanitäre Zwecke einschließlich der Überwachung von Epidemien und deren Ausbreitung oder in humanitären Notfällen insbesondere bei Naturkatastrophen oder vom Menschen verursachten Katastrophen.

Mit e. wird es interessanter, u.a. im Rahmen von Pressearbeiten. Ist es von öffentlichem Interesse, dass im Rahmen einer Berichterstattung Fotos angefertigt und veröffentlicht werden? Noch interessanter dann bei f., zum Beispiel bei Auftragsfotografien auch von öffentlichen Sportveranstaltungen oder bei privaten Feierlichkeiten. Denn ErwG. 47 sieht es beispielhaft als „berechtigtes Interesse“ des Verantwortlichen (= Auftraggebers) an, wenn eine maßgebliche und angemessene Beziehung zwischen der betroffenen Person und dem Verantwortlichen besteht, z. B. wenn die betroffene Person ein Kunde des Verantwortlichen ist oder in seinen Diensten steht.

Es muss natürlich im Einzelfall geprüft werden, ob eine betroffene Person zum Zeitpunkt der Erhebung der personenbezogenen Daten und angesichts der Umstände, unter denen sie erfolgt, vernünftigerweise absehen kann, dass möglicherweise eine Verarbeitung für diesen Zweck erfolgen wird. Aber kann man bei einem Besucher einer Sportveranstaltung, eines Geburtstages oder einer Hochzeit –  der ggfs. sogar auf die Aufnahmen hingewiesen wurde – nicht von einer solchen angemessenen Beziehung sprechen? Dies dürfte äußerst gut zu begründen sein.

Bei einer rein „privaten“ Nutzung stellt sich noch die Frage, ob der Anwendungsbereich der DSGVO überhaupt eröffnet ist. Schließlich lässt sich über viele Einzelheiten streiten. Als Beispiel hierfür: Ist der Fotograf ein Freund z.B. des Geburtstagskindes („Ausübung persönlicher Tätigkeiten“, ErwG. 18) oder ein engagierter Fotograf mit Entgeltzahlung?

Das berechtigte Interesse aus Art. 6 DSGVO lässt zusammengefasst einen ähnlichen oder gar weiteren Spielraum zu, als die Abwägung des Veröffentlichungsinteresses vs. Persönlichkeitsrechts im Rahmen von §§ 22, 23 KUG.

2. Einwilligungs- und Widerrufsproblematik

Kann ein Fotograf aber tatsächlich einmal keine andere Rechtfertigung vorweisen, bleibt schlussendlich die Einwilligung. Nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit a DSGVO ist eine Aufnahme erlaubt, wenn die betroffene Person ihre Einwilligung zu der Verarbeitung der sie betreffenden personenbezogenen Daten für einen oder mehrere bestimmte Zwecke gegeben hat.

Mit der DSGVO kommt die grundsätzliche Möglichkeit, Einwilligungen mündlich oder durch eine andere, nach ErwG. 32 „unmissverständliche“, Handlung abgeben zu können. Stillschweigen soll keine Einwilligung darstellen. Die einwilligende Person muss wie seit jeher insb. über Zweck und Umfang aufgeklärt sein, um die Einwilligung überhaupt bezogen auf die Verarbeitung abgeben zu können. Blanko- oder Generalweinwilligungsmöglichkeiten gab und gibt es entgegen einer weitläufigen Irrmeinung nicht. Grundsätzlich also alles wie bisher, mit dem „Hinkebein“ der Nachweisbarkeit. Der Fotograf muss im Zweifel nachweisen können, dass die abgebildete Person die informierte Einwilligung erteilt hat.

Auf die Anwendung von DSGVO vor KUG kommt es bei der Frage nach einer Widerrufsmöglichkeit sowie der Aufklärungspflicht hierüber an. Denn nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO hat die betroffene Person das Recht, ihre Einwilligung jederzeit und ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Sie ist hierüber in Kenntnis zu setzen. Diese Möglichkeit schafft tatsächlich gewisse Unsicherheiten. Sollte also in seltenen Ausnahmefällen die (schriftliche) Einwilligung notwendig werden, dürfte anwaltlicher Rat angebracht sein. Hier muss wirtschaftlich wie rechtlich beraten und das weitere Vorgehen bestimmt werden. Hier kommt es u.a. auf geeignete Verträge an, um diese Unsicherheiten abzufangen.

Klarstellung: Fotografieren von Veranstaltungen

Da insbesondere im Bereich der Eventfotografie zahlreiche Nachfragen kommen, hierzu ganz kurz:

Egal ob nach KUG oder DSGVO: bei Veröffentlichung der Bilder muss bei fehlender Einwilligung eine Ausnahme nach § 23 Abs. 1 KUG oder eine Rechtfertigungsmöglichkeit nach Art. 6 DSGVO (wie z.B. ein berechtigtes Interesse) vorliegen. Es dürfte daher weder angebracht noch notwendig sein, jedem Gast oder Teilnehmer eine schriftliche Einwilligungserklärung unter die Nase zu halten, nur um fotografieren zu dürfen. Ein Konzertbesucher ist bereits wie ein Kunde des Veranstalters zu behandeln und damit kann bei Hinweis auf die Fotoaufnahmen sowie ggfs. die Rechte der betroffenen Person regelmäßig ein berechtigtes Interesse begründet sein.

Es ist und war jedoch seit jeher auch nach dem KUG nicht erlaubt, Personenbilder „einfach so“ z.B. im Internet zu veröffentlichen. Daran ändert auch der aktuelle Streit DSGVO vs. KUG nichts. Wo es bisher erlaubt war, dürfte es auch weiterhin erlaubt bleiben und wo früher Unsicherheiten bestanden, bestehen diese auch weiterhin .

Schriftliche Einwilligung im Arbeitsverhältnis bleibt Pflicht

Aufgrund der besonderen Bedeutung des Rechts der Arbeitnehmer, auch im Arbeitsverhältnis ihr Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ausüben zu dürfen, muss im Arbeitsverhältnis die Einwilligung der Arbeitnehmer der Schriftform erfolgen (BAG, Urteil v. 19. Februar 2015 – 8 AZR 1011/13).

Diese Problematik der „Freiwilligkeit“ wird sich auch mit der DSGVO nicht ändern. Denn bei der Beurteilung der Freiwilligkeit ist insb. die Abhängigkeit des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Es gilt auch in Zukunft bei Bildnisnutzungen im Arbeitsverhältnis die Ermächtigungsgrundlagen (gesetzlich, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung) zu prüfen und bei fehlender Rechtfertigungsmöglichkeit die schriftliche Einwilligung einholen (§ 26 Abs. 2 S. 3 BDSG-neu).

Nicht vergessen: Kunstfreiheit

Das BVerfG (Urteil v. 08.02.2018 – 1 BvR 2112/15) hat bei Abwägung zum allgemeinen Persönlichkeitsrecht bereits festgestellt, dass die Straßenfotografie Kunst sein und dies nicht pauschal vernachlässigt werden könne. Auch hier kann also eine Berechtigung bestehen. Allerdings ist dies eine Bewertung des Einzelfalls, die nur in Ausnahmefällen herangezogen werden sollte.

Fazit: Mit der DSGVO lebt es sich auch als Fotograf besser als die Panikmache suggeriert

Diese „Wall of Text“ ist ein kleiner Einblick in unsere tägliche Beratungspraxis von Fotografen und Agenturen. Es ist nicht zu leugnen, dass ohne eine Klarstellung durch den Gesetzgeber oder die Rechtsprechung gewisse Rechtsunsicherheiten bestehen. Diese rechtfertigen jedoch kaum, die Kamera aus der Hand zu legen oder Bildverwertungen einzustellen.

Sich also mit der Thematik auseinander zu setzen und die Vorgaben zu kennen ist das eine, der Panikmache im Netz zu verfallen das andere. Selbst wenn die DSGVO dem KUG vorgehen sollte, besteht nach unserer Ansicht ein ausreichend großer Spielraum für eine auch gewerblich rechtmäßige Personenfotografie.

Jetzt muss man sich „nur“ noch mit den Themen Verarbeitungsverzeichnis, Auftragsverarbeitungsvertrag und Datenschutzerklärung auf der Homepage auseinandersetzen – und schon kann man wesentlich gelassener dem 25. Mai 2018 entgegensehen. Im Zweifel sollte man hierzu den versierten Anwalt seines Vertrauens befragen, um praxisnah und lösungsorientiert die möglichen Probleme in den Griff zu bekommen.

Autor:

https://www.rechtambild.de/2018/05/fotografieren-in-zeiten-der-dsgvo-grosse-panikmache-unangebracht/



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