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Bottich
Diskothek, Tanzbar, Live Club,
Jazz Club
D-73434 Aalen
Hofherrnstr.81
Tel. 07361-41222

 
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Ü40 BeatCluB

Vorankuendigungen

Samstag 15.09.18

Sonderveranstaltung zu

50 Jahre Bottich

Freitag 28.09.18

Doppelkonzert

Yasi Hofer ab 21h

A-Band ab 22:30h

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Sa. 29.09.18

HAZARD Rock

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Werbepartner

50 Jahre Bottich AAlen

Besten Dank für die Unterstützung

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JazzJamSession

jeden 2´ten Mittwoch im Monat

Flyer öffen einfach auf das Bild drücken

Aktuelles Programm

Sept. 2018 - Jan.2019

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Mittwoch 12.09.2018

iGROOVED

Eintritt frei - ab 20:300h

  • Bernd Baur (Saxophone),
  • Marius Feilhauer (Keyboard),
  • Justinus Feilhauer (Bass),
  • Thomas Göhringer (Schlagzeug

Schon seit den 70ern ist er im Süddeutschen Raum in Sachen

Jazz unterwegs. In diesem Quartett hören wir ihn am

Tenor-, Sopran- und Baritonsaxophon.

Im Mittelfeld spielt Thomas Göhringer Schlagzeug. Er

ist gefragter Live- und Studiodrummer.

Die jungen Wilden sind auch noch Brüder. Marius

Feilhauer an den Keyboards aus Urbach, gewann mit

seinem Bruder zusammen Landes- und Bundespreise

für junge Jazzer. Justinus Feilhauer spielt E- und

Kontrabass und baut sich diesen auch noch selber

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Mittwoch 10.10.2018

Eintritt frei - ab 20:00h

Blaues Krokodil

  • Christian Bolz (Saxophon, Bassklarinette, Querflöte),
  • Moritz von Woellwarth (Posaune),
  • Thomas Göhringer (Drums),
  • Markus Braun (Bass),
  • Tobias Knecht (Gitarre)

So heißt ein Album das Christian Bolz (Saxophon) mit

einem Quintett im Herbst 2013 aufgenommen hat.

Es ist eine Verneigung vor den legendären Blue Note

Aufnahmen der Sechziger Jahre.

Auf dem Tonträger befinden sich 8 Stücke,

6 wurden von Bolz selbst geschrieben.

Die Stücke sind nicht einem einzigen Thema

gewidmet, sondern spüren unterschiedlichen

emotionalen Schauplätzen nach und geben diesen

durch Rhythmik, Dynamik und prägnante Melodien

eine eigene musikalische Stimme.

Die speziell für diesen Abend zusammengestellte Band

besteht aus langjährigen musikalischen Wegbegleitern

und Freunden

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Mittwoch 14.11.2018

Eintritt frei - ab 20:00h

Mistura Boa

  • Alessandra Oliveira-Reichl (Gesang),
  • Lisa Leidenfrost (Saxophon),
  • Stefan Mack (Gitarre),
  • Timo Pahsticker (Bass),
  • Ansgar Hinderberger (Schlagzeug

Vier Musiker aus Ostwürttemberg haben sich um die

Sängerin Alessandra Oliveira-Reichl gesammelt, um

die gemeinsame Vorliebe für brasilianische Musik

auszudrücken. Mit ihrem Quintett „Mistura Boa“ (zu

deutsch „gute Mischung“) rühren sie einen belebenden

und entspannenden Cocktail verschiedener

brasilianischer Musikstile an und schütteln ihn mit

einem Spritzer Pop.

Mit ihrer wunderbar klaren Stimme verleiht Alessandra

dieser „Mistura boa“ die Originalität, die es braucht,

um den Zuhörer ins Land zwischen Zuckerhut und

Amazonas zu versetzen.

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Mittwoch 12.12.2018

Eintritt frei - ab 20:00h

Die BIG BAAnd

Denk global, Jazz lokal – das hat sich die Big BAAnd

auf die Fahne geschrieben. Wo immer das momentan

19-köpfige Ensemble in der Region aufkreuzt, gibt es

einen Enblick in die Welt der Bigband-Musik: Swing,

Blues, Latin, Modern Jazz, Fusion ...

Dabei sind es nicht nur Klassiger aus den jeweiligen

Genres, die sich die Musiker aufs Pult legen. Die

Big BAAnd hat für die Zuhörer immer wieder eine

Überraschung im Gepäck und öffnet diesmal vielleicht

ein Türchen ihres Adventskalenders.

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Mittwoch 09.01.2019

Eintritt frei - ab 20:00h

e-Werk

  • Martin Giebel (Piano),
  • Dirk Blümlein (Bass),
  • Eddy Cichosz (Schlagzeug)

Dirk Blümlein studierte an der Musikhochschule in

Stuttgart und ist seit 1999 als freischaffender E-Bassist,

aktiv. Zu seinen musikalischen Partnern gehört die

Gruppe „Fools Garden“, das „Peter Lehel Quartett“.

Martin Giebel hatte klassischen Klavierunterricht.

Jazzpiano bei Klaus Wagenleiter, Martin Schrack,

Kenny Werner. Teilnahme an internationalen

Workshops. Intensive Tätigkeit in der Stuttgarter

Jazzszene. Unzählige Engagements bei Projekten, CDs

und Konzerten, bei Fernsehauftritten verschiedener

Stilrichtungen: Jazz, Soul, Gospel, Chanson, Theater-

und Varieté-Produktionen, Europatournee mit der

Broadway Musical Company, NY.

Eddy Cichosz ist aus Aalen und ist gerne im Bottich.

Spielen wird das Trio Eigenkompositionen, von denen

man denkt sie zu kennen und Bekanntes, wovon man noch

nie gehört ha

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Karten Reservierung unter:

wolfgang.fausel@gmx.de

oder 07361-35852

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Presseberichte

http://stories.schwaebische.de/bottich#94867

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-50-Jahre

Der-Bottich-feiert-Geburtstag-_arid,10646522_toid,1.html

DEFAULT : Die Lebenswelt der deutschen Western & Country Kultur (Diplomarbeit)
05.03.2010 18:26 ( 5576 x gelesen )

Die Lebenswelt der deutschen Country und Western Kultur. 

Recherche P.F. März 2010



Zu den verwendeten Begriffen
Mit "Country & Western" ist immer die ganze Szene, einschließlich ihrer fünf Subszenen Country Musik, Western Hobby, Square Dance, Line Dance und Westernreiten gemeint. "Country" bezeichnet Country Musik, teilweise sprechen die Interviewten auch von "Country & Western Musik" oder "Western & Country Musik". Im Text außerhalb der Interviews wird aber für die spezifische Musik immer "Country" beziehungsweise "Country Musik" geschrieben. Dies schließt die Western Musik mit ein.
"Western" bezeichnet die Western Hobby Szene. Die Mitglieder dieser Szene werden im Text entweder "Freizeitcowboys" oder "Western Hobbyisten" genannt.
Wenn von "Dissidenz" oder "progressiv" die Rede ist, dann bezeichnet dies in dieser Arbeit immer Bestrebungen, die in ihrer Tendenz auf eine egalitäre, klassenlose Gesellschaft frei von Unterdrückung gerichtet sind.
2. Der amerikanische Westen und Süden in der populären Kultur
Der amerikanischer Süden und Westen sind ein fester Bestandteil der populären Kultur der USA und Europas. Durch die populäre Kultur haben sich Klischees über diese Regionen im Bewußtsein der Menschen festgesetzt. Im folgenden soll anhand mehrerer Beispiele ausgeführt werden, wie das Bild des Südens und Westens vor allem durch medial vermittelte Konstrukte geprägt ist.
Die Grenze zwischen der Siedlergesellschaft und den nativen Gesellschaften ist schon seit dem Beginn des letzten Jahrhundert Gegenstand von populärer Kultur. Amerikanische Autoren wie Cooper schrieben Reise- und Abenteuerromane. Auch europäische Autoren wie Karl May beschrieben in erfolgreichen Büchern den Wilden Westen ohne selbst je dort gewesen zu sein.  Die Romantisierung und Mythologisierung des Westens entstand also schon zu einer Zeit, als es die großen Rindertrecks, die Indianerkriege und die Besiedlung Nordamerikas noch andauerten. Dadurch kam es zu einer gegenseitigen Vermischung von realen Ereignissen und der Verklärung des Westens. Besonders gut ist dies am Beispiel von Buffallo Bill Cody zu sehen:
"Cody war ein Meister in der Kunst, Realität und Mythos zu vermischen, und er nahm dabei auch seine eigene Person keineswegs aus. Als er etwa die Nachricht von neu ausgebrochenen Indianerkriegen erhielt, informierte er das Publikum seiner Show, daß er nun im Westen gebraucht würde, reiste schleunigst ab und nahm als Scout an einem Straffeldzug der 5. Kavallerie teil."
Buffallo Bill Cody entwickelte durch seine Wild West Shows ein neues Genre in der populärkulturellen Vermarktung des Westens. Seine Indianer, Cowboys, Soldaten, Pferde und Postkutschen tourten als Wanderzirkus durch den Osten der USA und Europa und verstärkten das schon durch die Romane geweckte Interesse am Wilden Westen.
Auch in der Entwicklung der Filmindustrie spielte der Wilde Westen eine wichtige Rolle. Bereits viele der ersten Stummfilme waren Western. Selbst in Europa begann man damit Western Stummfilme zu drehen.
Von den zwanziger bis in die frühen siebziger Jahre war Western ein festes Genre im amerikanischen und europäischen Spielfilm. Auch das Fernsehen entwickelte eigene Western Serien. In einer willkürlich ausgewählten Woche liefen noch im Jahr 2000 im deutschen Fernsehen 13 Western Filme und vier Western Serien.
Neben den Romanen und Filmen wurde der Wilde Westen auch noch durch andere populärkulturelle Medien wie Comics und Radiohörspiele behandelt.
Bis in die achtziger Jahre hinein gehörte Spielzeug mit Western Thematik wie Cowboy- und Indianerfiguren und Cowboy Verkleidungen und Spielzeugwaffen und Western Hörspiele zum selbstverständlichen Sortiment der Warenhäuser und Spielzeugläden.
Auch viele Vergnügungsparks in Europa wie den USA thematisieren den historischen Westen. In vielen Vergnügungsparks gibt es kleine Westernstädte, aber auch reine Westernparks, wie die beiden Pullman City Parks in Deutschland bestehen. In den USA gibt es auch Parks, die sich speziell der Country & Western Kultur widmen wie der Vergnügungspark Nashville in den es sehr viele Auftritte von Country Bands gibt und in dem täglich Square Dance Veranstaltungen stattfinden. Country Musik Star Dolly Parton besitzt sogar einen eigenen Country & Western Vergnügungspark namens Dollywood in Tennessee.
Das erstaunliche an ist, das sich ein so großer Teil der populären Kultur mit einem relativ kleinen historischen Phänomen beschäftigt. Es gab nach Schätzungen von Historikern lediglich zwischen 10.000 und 40.000 Cowboys zur Zeit der großen Viehtrecks. Auch ist die Zeit der großen Viehtrecks relativ begrenzt. Sie dauerte etwa von 1865 bis 1885.
Das Bild des Cowboys und Siedlers hat wenig mit der Realität zu tun. Das Stereotyp des weißen Cowboys und Siedlers hat sich durchgesetzt. Dabei waren etwa ein Drittel der Cowboys Schwarze  und auch viele der Siedler waren schwarz.  Auch die Präsenz von Asiaten im Westen wird meist ignoriert.
Auch das Klischee des bewaffneten Cowboys hat sich durchgesetzt. Obwohl viele der Cowboys unbewaffnet waren. Ab 1882 wurde ihnen sogar in einigen Staaten das Tragen von Waffen verboten.
Dem Cowboy wurden durch die populäre Kultur viele Werte wie Freiheit, Abenteuerlichkeit, Männlichkeit zugeschrieben, sie wurden so zu Identifikationsfiguren, was die Werbung stark ausnützte und den Cowboy als Symbol benutzte. Viele Menschen assoziieren mit Cowboy die Zigarettenmarke Marlboro.
Neben dem amerikanischen Westen ist auch unsere Wahrnehmung des amerikanischen Südens stark durch populäre Medien geprägt. Dabei spielen besonders die Romane Tom Sawyers eine Rolle. Aber auch Bürgerkriegsdramen wie "Vom Winde verweht" und andere Filme und Bücher über den amerikanischen Bürgerkrieg sind seit langem Teil der populären Kultur. Hier hat sich ein Bild der Südstaatler als Opfer des Nordens und als isolierte Volksgruppe durchgesetzt.
3. Die Country & Western Szene
3. 1. Country Musik
3. 1. 1. Die Wurzeln der Country Musik
Country Musik basiert auf der ländlichen populären Musik des amerikanischen Westens und Südens des 19. Jahrhunderts. Diese Musik speiste sich aus verschiedensten Einflüssen:
"...southern rural music seemed more and more to be a remarkable blending of ethnic, racial, religious and commercial components with both Old World and american origins. 'British' styles met and meshed with German, Spanish, French, Caribean, Mexican, and African derived forms."
Es wurden in dieser Musik also alle Einflüsse aufgegriffen, die zu dieser Zeit im Süden der USA vorhanden waren. Versuche, die amerikanische Country Musik als direkten Nachfolger "keltischer" Kulturen zu definieren wurden durch Malone widerlegt.
Eines der wichtigsten Instrumente in der ländlichen Musik Amerikas spielte die Geige. Bereits 1620 tauchten Geigen in Virginia auf.  Ein anders typisches Instrument war das Banjo, welches aus der Kultur der Schwarzen stammt, aber während des 19. Jahrhunderts auch von Weißen gespielt wurde. Daneben gehört noch die Gitarre und Steel Gitarre zu den typische Country Instrumenten.
Die Themen der frühen ländlichen Musik waren oft traurig, sentimental und nostalgisch:
"All varieties of nineteenth-century pop music made their way into the rural South, but songs of sadness, nostalgia, and sentimentalitiy seemed to find the greatest reception there. The death and devastion wrougth by the Civil War surely contributed to an overall mood of sadness and insecurity that lingered as long as the sufferings and separations of the war were remembered. The pervasive poverty that clung to the region for many decades following the war, combined with the unyielding disintergration of the old economic order, inspired nostalgia for and romanticization of the past and uncertainty for the future. With the disappearance of the open range and the burgeoning of tenentry in the closing decades of the nineteenth century, the horizons of the plain folk narrowed dramatically. The holyness Revival of the post-1870s era brougth reassurance to many poor people; music, as always, offered additional comfort and security. It is no wonder that songs recalling an earlier vanished society, or extolling the virtues of hearth, home, and country church, or remembering the Sainted Mother who had stood at the center of one's moral universe, should find great favor among rural Southeners in the closing decades of the century."
Obwohl gemutmaßt wurde, daß die typische ländliche Musik des Südens auf die Isolation der ländlichen Gebiete zurückzuführen ist, muß festgestellt werden, daß die Bewohner des Südens durch die Ausdehnung der nationalen und internationalen Wirtschaftsbeziehungen nach dem amerikanischen Bürgerkrieg durchaus in einem kulturellen Austausch mit der Außenwelt standen. Die ländliche Musik war nie statisch, sondern ständig in Veränderung begriffen.
3. 1. 2. Die Anfänge der kommerziellen Country Musik
Zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts suchte die amerikanische Musikindustrie nach neuen Märkten. Zu dieser Zeit wurden Schallplatten und Radiosendungen hauptsächlich noch für ein weißes städtisches Publikum produziert. Als neue Verbraucher wurden nun die Landbevölkerung und die Minoritäten entdeckt. In der Folge wurden speziell für diese verschiedenen Bevölkerungsgruppen Produkte hergestellt. Es gab Klezmer Schallplatten für jüdische Einwanderer, sowie Aufnahmen speziell für mexikanische, ukrainische, griechische und irische Migranten. Für die schwarze Käufergruppe  wurden "race" Schallplatten mit Jazz-Aufnahmen produziert. Die kommerziellen Etiketten für weiße ländliche Musik waren zunächst "rural", "old-time", "old familiar" oder "Hillbilly". Erst Mitte der vierziger Jahre setzte sich der Begriff "Country" durch.  Unter diesen neuen Produkten hatten die "race" und Country Schallplatten den größten Anteil.
Zuerst wurden bereits populäre ländliche Lieder aufgenommen, doch bald schon wurde ein Großteil dieser Musik in den nordöstlichen Großstädten wie New York komponiert und produziert.
Ein Bedürfnis nach ländlicher Musik bestand auch in den Städten des Südens, da im Laufe des zunehmenden Arbeitkräftebedarfs der Industrie viele Menschen den ländlichen Raum verließen. Dies hatten oft eine nostalgische Sehnsucht nach dem Landleben. Die frühe Country Musik war noch nicht sehr standardisiert und nicht auf einen bestimmten Stil festgelegt:
"The rural music that began to appear on radio broadcasts and phonograph recordings in the early 1920s resisted precise definition. The men and women who made the music, as fiddlers, banjonists, string bands, gospel singers, yodelers, and balladeers, came from many communities in the south and Midwest, and they represented a wide variety of localized musical expressions. Their music claerly conveyed the flavor, tone, and dialects of grassroots America, but, as we have seen, it was not totally rural in either source or manifestation. Furtermore, as incipient professional musicians they had no models of show business sucess within their own communities. The only touchstones of achievement, or objects of emulation, minstrelsy, vaudeville, and other forms of organized entertainment. The early country musicians were, preponderantly, workers and farmers who performed music as an avocation. Some of them never sought more than a part-time diversion from textile work, railroading, coal-mining, farming, or whatever economic calling consumed their lives. Others, however, seized upon music as an escape from working-class life and, like most Americans, defined success in terms of the middle-class ideal."
Die ersten Interpreten von kommerzieller Country Musik traten in ihren Sonntagsanzügen und –kleidern auf. Obwohl sie meist aus der Arbeiterklasse stammten, hatten sie keine Motivation sich mit Arbeitskleidung zu kostümieren.  Bald jedoch versuchten viele Musiker, durch ihre Geldgeber gedrängt, dem Klischee des Bildes des Landbewohners, "Mountaineers" (Bergbewohner) und des "Hillbillies" (hinterwäldlerischer Bergbewohner) aus den Appalachen entsprechen. Oft wurden Overalls und andere typischen Kleidungsstücke der Landbevölkerung getragen:
"We know, though, that while the commercial fraternity thought mainly of profits, the recording men, radio executives, publicists, promoters, ad men, sponsors, and booking agents who dealt with folk music also readily manipulated symbols, images, and public perceptions in order to sell their products. The businessmen were no more immune to visions of isolated mountain coves, windswept deserts, little cabin homes, and country churches than was the public who listened to the music. Like Ralph Peer, who affixed the term 'hillbilly' to some of the records he produced, or George D. Hay of the 'WSM Barn Dance', who encouraged his entertainers to wear overalls and gingham dresses while giving them names like Possum Hunters and Fruit Jar Drinkers, or like the songbook illustrators who linked the music to certain visual rustic images, the businessmen contributed vitally to the public perceptions of this developing musical form."
3. 1. 3. Die Integration des Cowboys in die Country Musik
Die ersten Interpreten von kommerzieller Country Musik kamen meistens aus dem südöstlichen Bundesstaaten. Der Westen spielte in der frühen Country Musik fast keine Rolle. Dies änderte sich erst in den dreißiger Jahren. In dieser Zeit wurden durch Western Filme sogenannte Western Songs sehr populär. Vor allem Schauspieler wie Gene Autry, Tex Ritter und Roy Rogers traten in Filmen als singende Cowboys auf. Western Musik bestand meist nur aus Gesang mit Gitarren Begleitung.  Die Cowboy Musik der Filme beruhte jedoch nicht auf einer Vorlage in der Realität, sondern war vollkommen durch die Musikindustrie konstruiert:
"Texas, on the other hand, was far away, and except for the 'ranch dances' that often stilled the pangs of loneliness and isolation, a culture of cowboy music did not exist. It was yet to be manufactured by the commercial revolution unleashed by the phonograph, radio, and motion picture."
Obwohl der reale Cowboy lediglich ein Lohnarbeiter, wie die meisten "Mountaineers" war, stand er in der Welt der populären Imagination für Männlichkeit. Als Reiter verkörperte er Macht und Mobilität. Dies machte ihn für Arbeiter wie Kleinbürger attraktiv, die keines dieser beiden Merkmale besaßen.  Ende der dreißiger Jahre war das Outfit des Cowboys für Country Interpreten auch attraktiver geworden, weil kein junger Mensch in einem Hinterwäldler ein Vorbild sah.  Cowboy war dazu eine modischere Alternative. Auch war die Kostümierung des Cowboys romantischer als die Arbeitskleidung der Landbevölkerung. Western Anzüge symbolisierten darüber hinaus das würdevollere und wohlhabendere Leben des Ranchers.  Viele der Künstler, die im Cowboyoutfit auftraten hatten keine Verbindung zum Westen, sondern stammten aus anderen Gegenden Nordamerikas, so zum Beispiel Hank Williams, der sich "the Drifting Cowboy" nannte und im ländlichen Alabama aufwuchs. Auch Hank Snow, der von der Ostküste Kanada stammte, nannte sich "the Singing Ranger"
Es fand also eine Verschiebung zumindest in der Imagination des Publikums und der Country Musikindustrie von Süden nach Westen statt.
Trotz der Gegensätzlichkeit von Cowboys und "Mountaineers stellt Malone eine Reihe von Gemeinsamkeiten fest:
"Mountaineers and cowboys were not simply colorful and exotic; they were vivid reminders of frontier America and of the allegedly individualistic traits that that had once characterized American life. Unlike most of the other local-color characters, mountaineers and cowboys had the additional advantage of being 'Anglo-Saxon', adeeply statisfying attribute to many people who viewed with regret the inundation of the nation by 'new' and perhaps unassimilable immigrants. Furtermore, mountaineers and cowboys valued, and presumably embodied, freedom and independence; both preserved those manly traits that had ensured survival on the frontier and  defining ingredients of American life. Cowboys and mountaineers, in short, were profoundly American."
In den dreißiger Jahren entwickelte sich auch der Western Swing. Deren berühmtester Vertreter war Bob Wills mit seinen Texas Playboys. Western Swing wird ähnlich wie Swing Musik von Big Bands gespielt, stärker als bei Swing waren hier aber Streichinstrumente vertreten. Western Swing gab es aber auch als kleiner besetzte Musik.  Auch Western Swing hatte kaum Beziehungen zur tatsächlichen Kultur der Cowboys.
Durch die beiden Subgenres Western Songs und Western Swing entwickelte sich der Name Country & Western für die ländliche amerikanische Populärkultur.
3. 1. 4. Die Entwicklung der Country Musik seit den vierziger Jahren
Während des zweiten Weltkriegs verbreitete sich die Country Musik, die zuvor zum größten Tel im Süden der USA bevorzugt wurde, über die gesamten USA. Dies ist vor allem auf die enormen Bevölkerungsbewegungen während der Kriegsjahre zurückzuführen. Soldaten wurden an Orten fern ihrer Heimatregion ausgebildet und trainiert. Der hohe Arbeitskräftebedarf der Kriegswirtschaft führte zu einer Binnenmigration von Arbeitskräften aus dem Süden in den Norden der USA. Der Krieg führte so zu einem Zusammenbruch des amerikanischen Regionalismus. Die Amerikaner kamen in engeren Kontakt zueinander und kulturelle Unterschiede wurden eingeebnet. Während des Krieges erlebte die Country Musikwirtschaft einen wahren Boom.
Bluegrass ist ein Genre der Country Musik, das sich in den vierziger Jahren in Kentucky entwickelte. Besondere Kennzeichen dieser Musik ist ein nasaler hoher Gesangstil und ein fünfsaitiges Banjo und eine spezielle Gitarre, eine Dobro. Zum Bluegrass Sound der frühen Jahre gehörte kein Schlagzeug.
Während der vierziger Jahre bildete sich im Country eine sehr traurige Songtradition heraus, die im Gegensatz zu den eher nostalgischen und fröhlichen Country Songs der Zwischenkriegszeit stand. Das Moment des Leidens wurde stark betont. Pionier dieser düsteren Art von Country war Hank Williams, der stark vom Blues der Schwarzen beeinflußt war.  Allerdings hatte einige Jahre zuvor auch schon Jimmy Rodgers seine Tuberkuloseerkrankung musikalisch verarbeitet.  In diese Sonmg-Tradition, die sehr persönliche und oft schwermütige Themen behandelte, stellten sich später auch Künstler wie Johnny Cash, der seit Mitte der fünfziger Jahre sehr populär wurde.
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich Nashville in Tennessee zum Zentrum der Country Musikindustrie. Hier siedelten sich die meisten Plattenfirmen an und hier befand sich mit der Grand Ole Opry auch die wichtigste Konzerthalle für Country Musik. Daneben etablierten sich hier viele Aufnahmestudios mit routinierten Studiomusikern.
In der Nachkriegszeit fand Country Musik sehr viel Beachtung. In den fünfziger Jahren formte sich aus einer Verbindung von Country und Rhythm & Blues der Rock 'n' Roll. Viele Interpreten wie Jerry Lee Lewis waren Grenzgänger zwischen den Genres Rock 'n' Roll und Country Musik. Mit Rockabilly bildete sich schließlich eine Mischung aus Country Musik und Rock 'n' Roll heraus.
In den sechziger Jahren war Country recht erfolgreich und wurde von nun "als bevorzugte Musik der Konservativen sog. schweigenden Mehrheit."  angesehen. Trotzdem gab es gerade im Grenzbereich zwischen Folk und Country immer eine Reihe von progressiven Musikern.
"Daneben hat sich eine Tendenz über die Zeit gerettet, die den rebellischen Charakter der Ursprünge bewahrt ihre bedeutenden Vertreter, z. B. Pete Seeger und Woodie Guthrie, haben vor allem die Protestsong-Bewegung der 60er und 70er Jahre maßgeblich beeinflußt, etwa Sänger wie Bob Dylan und Joan Baez."
Während der späten sechziger Jahre näherten sich auch einige Vetreter der Beat- und Rockmusik wie die Byrds oder Neil Young Country  an:
"The spectacle of quasi-hippies dressing like cowboys and performing a musical fusion of country, rock, and western Swing seemed to novel that both participants and observers were hard-pressed to find an approriate descriptive label for the music. Some critics favored 'redneck rock', but when Michael Murphy wrote and recorded 'Cosmic Cowboy', he may have come closest to capturing the sense of absurdity involved in the marriage of countercultural values and country music."
Daraus entstand eine eigenes Genre in der Country Musik: Country Rock. Weitere Vertreter dieser Richtung waren die Eagles, die Flying Burrito Brothers und die New Riders of the Purple Sage. Eng damit verwandt ist das kalifornische Genre Westcoast, "melodischer Countryrock mit Popeinflüssen".
Ein weiteres Genre, welches Country mit Rock mixte war Outlaw. Dieser Stil entstand aus der Frustration einiger Musiker über das Gebaren der Musikindustrie in Nashville. Hier wurden traditionelle Instrumente wie Geigen und Steel Gitarre mit Rock vermischt. Führende Vertreter warten Willie Nelson, Waylon Jennings, Tompal Glaser, Kris Kristofferson und Jessi Colter. Auch Johnny Cash fühlte sich in den frühen siebziger Jahren zu Outlaw hingezogen.  Johnny Cash machte in dieser Zeit auch öffentliche Statements gegen den Vietnamkrieg  und hatte Sympathien für Bob Dylan.
In den siebziger Jahren geriet Country Musik in eine Krise, die Plattenindustrie hatte weniger Interesse an Country Musik. In dieser Krise entstand eine Mischung aus Country und Pop, die mit Crossover bezeichnet wurde.
Mit New Tradition wird ein Stil bezeichnet, der sich heute wieder an die Country Musik der fünfziger und sechziger Jahre anlehnt.
Im Südosten der USA blieb mit den französischsprachigen Genres Cajun und Zydeco eine spezifische regionale Ausprägung der Country Musik bestehen.
Country Musik wird oft irrtümlich als eine rein weiße Musik gesehen. Dies hat sicher mit der großen Affinität vieler weißer Country Interpreten und –Hörer zu den reaktionären Werten der amerikanischen Südstaaten zu tun. Tatsächlich ist es aber so, daß 24% der schwarzen US-Bürger Country Musik hören.  Es gab und gibt auch eine Reihe von schwarzen Country Künstlern. Diese hatten bis vor wenigen Jahrzehnten unter der Diskriminierung durch die Musikindustrie in Nashville zu leiden. Trotzdem konnte ein schwarzer Künstler wie Charley Pride große Erfolge feiern, allerdings wurde seine Hautfarbe die ersten fünf Jahre seiner Karriere von der Musikindustrie geheimgehalten.  Das Country Subgenre Zydeco ist eine traditionell schwarze Musikrichtung. Allerdings spiegelt sich auch hier der Rassismus der USA, Zydeco bezeichnet dieselbe Musik wie Cajun, mit dem Unterschied, daß Zydeco nur von Schwarzen gespielt wird.  Inzwischen haben schwarze Country Interpreten eine eigene Organisation gegründet und schwarze Country Musiker werden zunehmend in der Szene selbstverständlich.
Das Outfit der Country Künstler war in den Jahren seit dem zweiten Weltkrieg einer starken Wandlung unterworfen, jedoch blieb der Bezug zum Outfit der Cowboys bestehen:
"Country Stage costuming is only the most obvious example of exploitation of the cowboy image. No one any longer wears the gaudy, bespangled, and brightly colored Nudie suits that dominated stage attire through the 1960s, but boots and cowboy hats are still quite common among both bluegrass and mainstream country performers, and are particularly noticeable among neotraditionalists, such as George Strait, Garth Brooks, and Alan Jackson, in the 1990s (such performers are in fact often described as 'hat acts')."
In den USA ist die Grenze zwischen Country Musik und musikalischen Mainstream sehr durchlässig. Viele bekannte Interpreten wie Elvis Presley, Ray Charles oder Sammy Davis jr. nahmen Country Songs auf. Umgekehrt ist es so, daß Bands wie die aktuelle Formation Dixie Chicks ihre Wurzeln in der Country Musik haben, aber mit Mainstream Produktionen auftreten. In den USA gehört Country immer noch zu den beliebtesten Musikrichtungen. Country Musik ist dort in jeder Region rund um die Uhr im Radio zu empfangen.
3. 1. 4.  Country Musik in Deutschland
Durch die Stationierung amerikanischer Truppen in Westdeutschland kam auch die Country Musik nach Deutschland. Der erste Kontakt zu dieser Musik wurde für viele Deutsche die Radiosendungen 'Stickbuddy Jamboree' und '16:05 to Nashville' des amerikanischen Soldatensenders AFN.  In den fünfziger Jahren gab es die ersten sporadischen Country-Aufnahmen westdeutscher Interpreten, so zum Beispiel "Cannonball Jodl Express" von Bobby Jaan.  Amerikanische Interpreten wie Johnny Cash, Bobby Bare und Don Gibson konnten in den Jahren darauf erste Verkaufserfolge in Deutschland verbuchen. Auch Schlagersänger wie Freddy Quinn und Bruce Low versuchten sich an Country Musik.
Obwohl es bereits in den sechziger Jahren einige deutsche Country Interpreten wie Frank Baum, Nipso Brantner, Chuck Hermann und Hank West gab, setzte sich Country erst in den frühen siebziger Jahren in der BRD durch. Gunter Gabriel hatte 1972 mit dem Trucker Lied "er ist ein Kerl" großen Erfolg. In den siebziger Jahren etablierten sich in weitere Interpreten, die auch heute noch zu den Stars der Country Musik gehören, dies waren vor allem Tom Astor und der Österreicher Johnny Hill. Den größten Erfolg dürfte wohl die Hamburger Band  Truck Stop mit "Ich möcht' so gern Dave Dudley hör'n" gehabt haben.
Auch in der DDR gab es Country Bands. Die erste hieß Country Co., in den "achtziger Jahren tauchten Bands wie Simple Song, Westend und Kactus auf."  Diese Bands hatten allerdings – wie alle Bands in der DDR – die Auflage 60% der gespielten Lieder mit Songmaterial aus der DDR zu bestreiten.
Inzwischen gibt es eine Vielzahl deutscher Country Bands. Weitere bekannte deutsche Interpreten sind Jill Morris, Dagmar, Western Union und Country Rose. Der Autor ist während seiner Recherchen alleine im Internet auf mindestens 60 Bands gestoßen, es dürften aber erheblich mehr sein.
In der deutschen Musik hat der Trucker in den Texten eine Sonderstellung. Zwar ist die Trucker Thematik auch in den USA stark in der Country Musik vertreten, aber in Deutschland ist dies noch auffälliger. Dies mag daran liegen, daß es in Deutschland keine Cowboys gibt und die Identifikationsfigur des Truckers damit näher liegt.
So schreibt Andreas Ellermann in seiner wöchentlichen Country Kolumne über "das Los der Trucker". Country Star Country Rose bietet jedem Trucker (der sich einen ihrer Tonträger gekauft hat) eine Übernachtung auf ihrem Parkplatz an.  Das Fernfahrermagazin Trucker dem bietet Autor Thomas Jeier in jeder Ausgabe zwei Seiten, auf denen er über Country Musik berichtet.  Hauptattraktion des jährlichen Trucker Treffens in Geiselwind sind die Auftritte namhafter Country Künstler.  Gunter Gabriel trat auf der Kundgebung der protestierenden Lastwagenfahrer im September 2000 auf.
Einige der deutschen Country Stars pflegen eine patriotische Attitüde. So ist eines der erfolgreichsten Lieder von Tom Astor mit "Hallo Guten Morgen Deutschland" betitelt. Neben dem Statement "ich lebe hier, weil ich dich mag", enthält es aber auch die Forderung künftig nicht noch einmal in eine "dunkle Zeit" zu geraten um eine nochmalige Teilung zu verhindern.  Auch Gunter Gabriel übte sich in der Vergangenheit in Nationalbewußtsein, er trat mit einer schwarz/rot/goldenen Gitarre auf und eines seiner Lieder war mit "Deutschland ist..." betitelt, in dem er die Viefältigkeit Deutschlands besingt und die Nationalfarben folgendermaßen definiert: Schwarz steht für die Kohle des Reviers, Rot für die Lippen der Frauen und Gold für den Weizen und das Bier.
Es gibt zwischen der Country Musik und deutschem Schlager eine Reihe von Querverbindungen. So sang der Schlagerstar Nicki: "I bin a bayerisches Cowgirl" Auch Schlagersänger Peter Petrel besingt Western Filme mit: "Wo sind sie geblieben?" Andererseits treten Country Interpreten wie Tom Astor und Johnny Hill in Schlager- und Volksmusiksendungen auf.  Beim Prominentenquiz der Radio Sendung "Country Hitparade" werden meist Schlagerinterpreten gesucht.
Neben Konzerten sind kleinere Country Musik Clubs und Kneipen die Treffpunkte der Szene. Ein Teil der Fans ist in Fanclubs bestimmter Interpreten und in allgemeinen Country Musik Clubs zusammengeschlossen. Es gibt zwei bundesweit vertriebene, monatlich erscheinende Zeitschriften für Country Fans: Western Mail aus Berlin und Country Circle aus Wiesbaden. Daneben gibt es noch regionale Zeitschriften, wie den Hamburger Music Eagle.
Regional ist die Szene vor allem in Süddeutschland, Hessen und Ostdeutschland stark präsent.
In der Country Musik Szene ist kein bestimmtes Outfit verbindlich. Beliebt sind jedoch Cowboystiefel, Jeans, Lederjeans, Westernhemden, Westen, Fransenjacken, Cowboyhüte, Bolo Ties (Schnur, die mit einer Brosche um den Hals im Stil einer Krawatte getragen wird) und Kragenecken aus Metall. Dieses Outfit wird von Frauen und Männern getragen. Bei Frauen sind darüber hinaus noch Wildlederröcke und lange Westernröcke beliebt. Zusätzlich werden von beiden Geschlechtern noch Assecoires wie Indianerschmuck, Silberschmuck und Gürtelschnallen mit Westernmotiven getragen.
Die Firma Hundertmark (Versand und Ladengeschäfte) hat sich auf Westernkleidung spezialisiert und ist Marktführer. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Geschäfte und Versandhäuser (eines der größten Versandhäuser ist der Krähe Versand).
Neben dieser Szene gibt es seit Beginn der neunziger Jahre in Bereichen der deutschen Independent Musik Szene ein Interesse für Country Musik. Diese Kreise haben jedoch mit der deutschen Country & Western Szene kaum Berührungspunkte. Sehr stark wird sich hier auf die düsteren und melancholischen Aspekte von Country Musik, wie Hank Williams bezogen. Auch Interpreten wie Neil Young, der einen Verbindungspunkt zwischen Rockmusik und Country setzt sind beliebt. Zu dieser Strömung gehören Bands wie Fink und Cow aus Hamburg, sowie der Münchner Musikjournalist Franz Dobler. Auch im Indepedent Musikmagazin Superstar findet diese Strömung Ausdruck. Daneben gibt es noch eine etwas "leichtere" alternative Country Musik Stilrichtung, vertreten von Bands wie Hack Mack Jackson, Even Cowgirls got the Blues und Smokestack Lightnin', die eher ein Punk-Country Crossover betreiben. Diese Independent Kreise sind jedoch von der Größenordnung gegenüber der deutschen Country & Western Szene relativ bedeutungslos.
3. 2. Line Dance
Line Dance kann historisch auf den französischen Contre Dance  und die "große Kette" im deutschen Volkstanz zurückgeführt werden. Diese Tänze wurden von den europäischen Einwanderern in den USA zu Line Dance weiterentwickelt. Eine beliebig große Anzahl Tänzer, steht, nicht nach Geschlecht geordnet, in mehreren Reihen ("lines") auf einer Tanzfläche und führt die gleichen Schrittfolgen aus. Dabei berühren sich die Tänzer nicht. Es gibt dabei kaum Bewegungen mit Armen und Unterleib. Zu jedem Song gibt es einen speziellen Line Dance. Dadurch ist die Vielfalt der Tänze enorm. Die Schrittfolgen sind jedoch vereinheitlicht und tragen bestimmte Namen wie "hitch" oder "stomp".
In den fünfziger Jahren wurde Line Dance im amerikanischen Fernsehen durch Sendungen wie "American Bandstand", in der er zu Rock 'n' Roll Musik aufgeführt wurde, auch über die Country & Western Szene hinaus populär.
Bis auf Cowboystiefel ist keine bestimmte Kleidung für Line Dancer verbindlich. Beliebt sind Jeans, Westernhemden, Westen und Cowboyhüte (die Hüte sind oft mit einem Hutband mit dem Namen des Square Dance Clubs versehen).
Line Dance ist in Deutschland im großen Maßstab erst in den neunziger Jahren populär geworden. Zu dem Erfolg haben Filme wie "Urban Cowboy" mit John Travolta und Country Hits wie "Achy Breaky Heart" beigetragen.
Der Schwerpunkt liegt in Süddeutschland, bedingt durch dort stationierte amerikanische Soldaten und in Ostdeutschland.
Line Dance wird in zahlreichen Clubs getanzt. Außerdem wird Line Dance auf Country Konzerten und in Country Discos getanzt.
Die enge Bindung an die Country Musik ist auch daraus ersichtlich, daß Line Dance in den beiden führenden deutschen Country Musik Zeitungen feste Rubriken hat.
Line Dance wird nicht nur zu Country Musik getanzt, obwohl diese schätzungsweise 90% der Tanzmusik ausmacht. Daneben wird auch zu Rock 'n' Roll  und irischer Folklore  getanzt.
Die Zahl der Tänzer ist schwer festzulegen, weil nicht alle Tänzer organisiert sind. Es dürften aber in Deutschland mehrere Tausend sein.
3. 3. Square Dance
Square Dance läßt sich auf die englische und französische Form der Quadrille zurückführen, die ihren Weg über New England und Kentucky in den Westen fanden.
"The famous square dance, once intimately identified with the folk of frontier America, probaly came to this country in the cultural baggage of both British plain folk and french instructors; its surviving terminology, however, such a sashay, dos-ados, promenade, allemande, provides enduring evidence of the dance's origins in the French quadrilles and cotillons of the late seventeeth century."
Beim Square Dance dirigiert ein Caller die Tänzer, die zu vier Paaren im Quadrat (Square) aufgestellt sind. Ein Caller kann beliebig viele Squares dirigieren. Die Tänzer müssen auf Zuruf bestimmte Figuren tanzen, deren Namen ihnen bekannt sind. Ihnen ist jedoch nicht bekannt welche Figuren genau bei dem einzelnen Tänzen Verwendung finden. Square Dance ist ein Gruppentanz bei dem während des Tanzens die Partner gewechselt werden und einige Figuren nur von den Männern oder nur von den Frauen getanzt werden. Am Ende eines Tanzes tanzen Frauen und Männer wieder mit ihrem ursprünglichen Partner. Square Dance war vor dem 1. Weltkrieg vor allem in den ländlichen Gegenden der USA und auch im Westen populär. In den zwanziger Jahren wurden die verschiedenen Square Dance Calls und Figuren unter maßgeblicher Beteiligung des Industriellen Henry Ford vereinheitlicht.  Wurde anfänglich noch zu Live Musik getanzt, setzten sich in den späteren Jahren Square Dance Schallplatten durch. Diese waren meist mit Country Musik bespielt und hatten alle dieselbe Taktzahl. Dadurch ist es dem Caller möglich die zu tanzenden Figuren genau zu planen.
Für Square Dance gelten folgende Bekleidungsregeln: Frauen tragen Röcke und Kleider, gern gesehen sind Petticoats und Westernröcke (seit kurzem dürfen Frauen auch in Hosen tanzen, es ist aber unüblich). Männer tragen eine Tuchhose (neuerdings sind auch Jeans zugelassen) und ein langärmliges Hemd, hier sind Westernhemden gern gesehen. Zum Hemd trägt der Mann entweder einen Bolo Tie oder ein Halstuch sowie gelegentlich Kragenecken aus Metall. Cowboystiefel sind selten, aber zugelassen, in der Regel werden aber Tanzschuhe getragen. Sporen sind nicht zugelassen. Hüte werden zum Tanzen abgenommen. Am Gürtel tragen Männer ein kleines Tuch um sich schweißnasse Hände trocknen zu können.
Square Dance ist in verschiedene Level aufgeteilt: "Basic (49 Figuren), Mainstream (18 Figuren), Plus (32 Figuren), Advanced1 (33 Figuren), Advanced 2 (37 Figuren) und weitere höhere Level."
Square Dance ist durch die amerikanischen Soldaten in den vierziger Jahren nach Deutschland gekommen. Wurde der Square Dance zuerst nur unter Amerikanern praktiziert, waren im Mitte der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre auch Deutsche an Square Dance interessiert. Die ersten deutschen Square Dance Clubs gründeten sich in der Nähe amerikanischer Garnisonen in Süddeutschland, Hessen, Berlin und Bremerhaven. Square Dance wird heute hauptsächlich zu Country Musik getanzt, aber es gibt auch Square Dance Versionen bekannter Titel aus dem Pop Musik Bereich. Neben Square Dance wird in den Vereinen auch gelegentlich Line Dance und andere Western Tänze wie Round Dance, Clogging und Two Step getanzt.
Mehrere tausend Menschen tanzen in Deutschland Square Dance. 450 europäische Clubs sind in der 1955 gegründeten EAASDC (European Association of American Square Dancing Clubs) zusammengeschlossen. Davon sind 90% deutsche Clubs.
3. 4. Western Hobby
Bereits 1896 gründete sich in ein "Indianer Velo Club München".  In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg entstanden in Deutschland einige Indianer und Cowboy Vereine. Der älteste existierende Verein ist der "Cowboy Club München von 1913" . Während des deutschen Faschismus wurden besonders die Indianervereine gefördert, denn diese galten als "besonderes Volk"
Nach dem zweiten Weltkrieg gab es besonders in Süddeutschland in der amerikanischen Besatzungszone zahlreiche Gründungen von Western Hobby Vereinen. Auch in der DDR gab es Western Hobbyisten, allerdings wurden lediglich Indianervereine gefördert, da diese als unterdrücktes Volk der Politik der Staatsführung genehm waren. Das Indianerhobby in der DDR wurde stark wissenschaftlich fundiert durchgeführt.
Das Westernhobby in Westdeutschland führte zur Gründung von kleinen Westerndörfern in denen die Vereinsmitglieder an den Wochenenden. das Leben im Westen nachstellten. Es gibt mehrmals jährlich große Treffen, auf denen Wettbewerbe im Lassowerfen, Messerwerfen und ähnlichen abgehalten werden. Neben dem Cowboy und Indianer Hobby gibt es noch die Bürgerkriegsszene, welche Schlachten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg nachspielt. Eng mit dem Cowboy und Indianer Hobby ist auch eine Szene verbunden, die das Leben der frühen amerikanischen Einwanderer im 18. Jahrhundert nachstellt.
Das typische Outfit von Freizeitcowboys ist sehr stark an das der historischen Cowboys angelehnt. Es umfaßt bei Männern eine Wollhose oder Jeans (geknöpft, ohne Reißverschluß), ein traditionelles Hemd (entweder ein Westernhemd oder ein kragenloses Arbeitshemd), eine Weste, einen Cowboyhut, oft Hosenträger, Chaps (Beinschutz aus Leder) und Cowboystiefel zum Teil mit Sporen. Oft werden auch Pistolenattrappen in Holstern getragen. Zum Teil wird sogar historische einteilige Unterwäsche getragen. Die Frauen tragen lange Kleider und Häubchen, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts üblich waren.
In Deutschland betreiben etwa 6000 bis 8000 Personen das Western Hobby. Sie sind in circa 300 Vereinen organisiert.  Ein Teil der Vereine hat sich im Westernbund zusammengeschlossen. Darin sind etwa 150 Vereine aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Holland organisiert.
3. 5. Westernreiten
Westernreiten ist eine Sportart, die sich aus der Praxis der amerikanischen Cowboys des Ostens und Südens und aus dem Reitstil der spanischen Einwanderer in Kalifornien ableiten läßt.  Aus diesen beiden Quellen entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts ein typischer Reitstil, der den Cowboys bei ihrer Arbeit nützlich war.
Als Pferde in der Landwirtschaft zunehmend unwichtig wurden, wurde das typische Westernpferd, das Quarterhorse, in den USA von der Pferdeindustrie als Freizeitpferd präsentiert.
Betont wird besonders, daß nur leichte Hilfen notwendig sind, um das Pferd zu dirigieren und daß das Pferd bei der Rinderarbeit selbständig handelt. Wie es ein Vorführer auf der Messe Hansepferd betonte: Es geht um Motivation, nicht um Bestrafung des Pferdes.
Viele Wettbewerbsdisziplinen beziehen sich beim Westernreiten auf den Alltag der Cowboys, wie das Treiben und Einfangen von Rindern.
Vorgeschrieben für die Teilnahme an offiziellen Wettbewerben ist das Tragen eines Hutes, eines langärmligen Hemdes, Jeans (gern gesehen sind schwarz, beige und weiß) und Cowboystiefel. Dazu werden Chaps getragen.
Westernreiten wurde in den siebziger Jahren in Deutschland von heimkehrenden USA-Urlaubern populär gemacht, die während ihres Aufenthalts in Amerika den Sport kennengelernt hatten.
Der größte Teil der Westernreiter sind Freizeitreiter, die mit ihrem Pferd im freien Gelände reiten. Darüber hinaus hat aber auch der Western Turnier Sport eine Bedeutung.
Nicht nur im Outfit gibt es eine Anbindung an die übrige Country- und Western Szene. Zum Rahmenprogramm aller größeren Western Reit Veranstaltungen gehört der Auftritt einer Country-Band. Im Hintergrund von Turnier Wettbewerben läuft immer Country Musik. Auch finden sich an Messeständen für Westernreiten mitunter CDs mit Country Musik oder Prospekte, die für Westerndörfer werben. Auch gehört das Westernreiten zu den Aktivitäten vieler Western-Clubs.
In Deutschland gibt es etwa 10.000 Westernreiter, davon sind etwa 5-6000 in der ersten Westernreiter Union Deutschland e.V. organisiert.
 
 
 
 
 
4. Ergebnisse der Textanalyse
4. 1. Die Werte der Country & Western Szene
4. 1. 1. Gemeinschaft
Die Isolation, der Egoismus, die fehlende Solidarität, die Ablehnung und die fehlende Freundlichkeit in der Gesellschaft hat ihren Gegensatz in der Geborgenheit der Country & Western Szene.
Die Geselligkeit und Kommunikation hat in der Szene einen hohen Stellenwert. Dies äußert sich durch engen menschlichen Kontakt und eine gesellige, familiäre Atmosphäre. Die Distanz zwischen den Menschen ist gering. Man duzt sich. Die Szene hält gegen äußere Bedrohung zusammen und ist friedlich.
"Wir fahren zu einer Veranstaltung, da will ich gar nicht so viel tanzen, man trifft den und den und den und man ist nur am erzählen, nur am klönen."
I: "... was ist für dich besonders positiv an Country & Western, was magst du da besonders dran?"
E: "Ja wie ich eben schon sagte, das Familielle. (...) Eben die Musik, die Unterhaltung, die Atmosphäre und das ganze drum und dran so ein bißchen. Du bist ja wie... du bist ja aufgenommen da. "
Besonders die Geselligkeit am Lagerfeuer hat bei Westernreitern, beim Western Hobby und in der Country Musik Szene einen hohen Stellenwert.
Solidarität spielt eine große Rolle beim Westernreiten. Im Gegensatz zu anderen Reitstilen bei denen Geld, Neid und Mißgunst dominieren.
Square Dance ist keine Wettbewerb. Line Dance ist ein Gemeinschaftserlebnis.
Verstöße gegen das Prinzip der Solidarität werden abgelehnt. Spaltungen und Neugründungen von Clubs sind störend. Konfrontationen zwischen Clubs werden abgelehnt. Konkurrenzdenken und die Nichtweitergabe von Kenntnissen ist schädlich. Fehlende Einheitlichkeit von Tänzen wird beklagt.
"Die ganzen Clubs, wenn sie zu groß werden, spalten sich und arbeiten dann nicht mehr miteinander sondern gegeneinander. Also richtig auf Konfrontationskurs. Das ist etwas was mich persönlich sehr, sehr stört"
"Ja, daß es halt bei verschiedenen (meint: bei denselben) Songs verschiedene Choreographien gibt. Daß man diese Einheitlichkeit einfach nicht hinkriegt. Und das ist es eigentlich was mich wirklich stört. Das stört mich wirklich. Weil es wäre wirklich eine tolle Sache, wenn du überall hinfahren würdest und überall würde gleich getanzt werden. Das wäre eine schöne Sache."
In der Einschätzung der USA spielt Gemeinschaft als Wert eine Rolle. In den USA fehlt die soziale Absicherung. Die Arbeitsbedingungen sind schlecht, es gibt weniger Urlaub als in Deutschland. Arme und Schwarze werden segregiert und benachteiligt.
Als positive Eigenschaften im Sinne der Gemeinschaft wird bezüglich der USA genannt: Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Höflichkeit
4. 1. 1. 1. Solidarität in der Szene
Die Solidarität in der Western & Country Szene äußert sich durch gegenseitige Hilfe und niedrige Kosten für die Teilnehmer. Bei selbst organisierten Veranstaltungen wird auf niedrige Preise geachtet. In den Vereinen sollen die Beiträge niedrig bleiben. Für viele sozial schwache Menschen ist Line Dance eine Abwechslung. Square Dancer bieten angereisten Tänzern private kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten. Country Fans bieten Mitfahrgelegenheiten zu Konzerten an.
I: "F sagte, sie treffen sich in einer Schule in Rothenburgsort. Haben sie immer schon in öffentlichen Räumen getanzt?"
R: "Nach Möglichkeit ja. Um auch ein bißchen Geld zu sparen um auch die monatlichen Beiträge nicht zu hoch werden zu lassen. Wir sind darum in den Verbänden..."
"Weil wir ja auch mit den Preisen ein bißchen tiefer waren."
4. 1. 1. 2.  Solidarität mit anderen
In der Country Musik Szene gibt es ein soziales Engagement von Fans und Künstlern mittels Spendensammlungen und Benefizkonzerten zugunsten von Alten, Behinderten, Jugendsport, herzkranken und verunglückten Kindern.
Sozial schwachen Menschen mit geringer Mobilität wird der Besuch von Musikveranstaltungen ermöglicht.
Viele Country Fans haben eine sehr soziale Einstellung und durch eigene Erfahrung von Armut ein Motiv anderen zu helfen. Es macht Spaß anderen zu helfen.
Es müßte mehr für die Obdachlosen getan werden, deren Situation ist menschenunwürdig. In einem Staat wie Deutschland dürfte niemand obdachlos sein.
"...in Altenheimen. Dann ist in Tonndorf mal ein Kind überfahren worden, da ist für die Eltern eine Veranstaltung gelaufen. Dann ist für das Behindertenwerk in Farmsen mal eine Veranstaltung gelaufen. Sowohl sammlungstechnisch, daß man für die gespendet hat, als auch daß in Behindertenheimen, Altenheimen tatsächlich kleinere Auftritte gemacht worden sind für die dort wohnenden Menschen. Ja, wir hatten eine ganze Reihe Leute da drin, die neben dem Hobby Country Musik eine ausgesprochen soziale Einstellung hatten."
4. 1. 2. Arbeit
Arbeit ist ein positiver Wert. Menschen, die nicht für ihr Einkommen arbeiten, werden abgelehnt.
Es ist positiv, daß sich Westernreiten aus Arbeit entwickelt hat. Die Arbeit war für andere Menschen und Tiere wichtig.
"Also ich finde besonders positiv, daß er im Prinzip ein pragmatischer Reitstil ist, der einen Bezug zu einer Tätigkeit hat, der auch eine wichtige Tätigkeit ist. Und nicht irgendwas, was außerhalb vom täglichen Leben ist. (...) Sondern was wichtig ist, was auch wichtig war um Distanzen zu überbrücken, Botschaften zu überbringen und so weiter. Etwas zu tun, was für die Menschen oder für andere Lebewesen einfach wichtig ist. Und das finde ich immer ganz positiv."
"Und dann gibt es natürlich welche, da hab ich das Gefühl, die wollen gar nicht arbeiten, die sitzen einfach nur so rum. Und irgendwie gefällt mir das nicht so."
4. 1. 2. 1. Country & Western als Arbeit.
Die Herkunft von Bestandteilen von Country & Western wie Line Dance, Westernreiten und Country Musik liegt in der Arbeit der Cowboys. Line Dance ist als Freizeitvergnügen der Cowboys nach harter Arbeit entstanden. Auch Country Musik entsteht aus der Reflexion der Cowboys über ihren Alltag. Country Musik wird mit Arbeit unter freiem Himmel assoziiert. Gerade die Tätigkeit des Tanzens wird als anstrengend, als Arbeit angesehen. Country Musik handelt oft von Arbeit.
"Das (Line Dance) ist Arbeit und das siehst du von draußen nicht. Von draußen denkst du 'das ist ja nur so ein bißchen flockig lockig' Aber mach es mal und es ist viel Konzentrationsarbeit"
"Man sagt ja auch, wenn man Square Dance lernt, das ist ja auch eine mühevolle Arbeit. Ein bißchen mühevoll."
4. 1. 2. 2. Cowboys als Arbeiter
Cowboys sind Arbeiter, sie üben ihre Tätigkeit nicht zum Vergnügen aus. Sie haben eine echte Aufgabe. Cowboys sind fleißig, arbeiten hart, härter als andere. Deswegen ist nicht jeder zum Cowboy geeignet. Die Härte der Arbeit ist auf die Widrigkeiten des Wetters, schlechte Unterkunft, schlechte Bezahlung, den Gestank der Tiere, die Einsamkeit und die lange Abwesenheit von Zuhause zurückzuführen.
"Aber das ist ja auch eine Sache, wo er mit Geld verdienen muß. Tiere, Pferde treiben oder die Rinder, das ist ja auch mit Arbeit... das ist ja kein Vergnügen, glaube ich. Als Cowboy, rein Vergnügen ist das nicht mehr, das ist schon Schwerstarbeit normalerweise. Unter den Umständen."
4. 1. 2. 3. Trucker als Arbeiter
Trucker verbringen sehr viel Zeit an ihrem Arbeitsplatz, dem LKW. Trucker arbeiten hart, die Arbeit ist unangenehm. Die Härte der Arbeit ist auf Streß, Geschwindigkeitsbegrenzung, Übermüdung, lange Lenkzeiten, die Einsamkeit und die lange Abwesenheit von Zuhause zurückzuführen.
Trucker sind eine andere Art Cowboys. Ihre Gemeinsamkeiten sind:
- Einsamkeit
- Transport von Waren
- Eine eigene Kultur
- Arbeit unter Zeitdruck durch Vorgesetzte
"Der ist anders, der sitzt nicht auf dem Pferd, sondern im Lastwagen, der hat da seinen Job zu machen. Das macht er genauso gut, wie ein Cowboy auf dem Land. Mit allen Finten und Tücken, mit allen Lästigkeiten, mit Übermüdung, viel zu lange fahren und wirklich einen harten Job erledigen. Das ist schon, das hat eine sehr große Ähnlichkeit, die kann man eigentlich in eine Klasse tun. Die verstehen sich auch gut mit einander, weil die die gleiche Mentalität haben, bloß die einen müssen reiten, die anderen sitzen hinterm Lenkrad."
4. 1. 3. Freiheit
In der Country & Western Szene gibt es ein starkes Bedürfnis nach Freiheit. Dies ist zum einen der Wunsch nach Bewegungsfreiheit und räumlicher Weite. Zum anderen ist es der Wunsch nach Freiheit von staatlichen Eingriffen. Als drittes tritt ein Wunsch nach Ungezwungenheit und Lockerheit hinzu.
4. 1. 3. 1. Räumliche Freiheit
Das Leben in Deutschland ist eng, gezwungen und begrenzt. Auch ist in Deutschland alles klein und gedrungen. Es besteht der Wunsch nach mehr freien Land und Weite. Man hat in Deutschland keinen weiten Blick weil alles dicht besiedelt ist.
In Deutschland gibt es keinen Platz an dem man allein sein und abschalten kann. Man wird in seiner Privatsphäre gestört. Auch in der Natur ist man nicht allein.
Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch Staus und Geschwindigkeitsvorschriften stören.
"Ja, Deutschland ist zu eng. Also ich bin so ein leidenschaftlicher Fahr-Reisender, also sprich Motorrad oder Auto. Und was ich mir wünschen würde, was wir immer mehr jetzt ausnutzen bei unseren Fahrten durch den Osten, wo die Straßen frei sind, wo sie nach 20 Minuten das erste mal wieder ein Auto sehen. Wo es einfach frei und luftig ist."
Die Weite und die dünne Besiedlung ist typisch amerikanisch und ist eine positive Eigenschaft der USA. Dadurch ist man nicht begrenzt und eingeengt. Man ist dort frei. In den USA gibt es die Möglichkeit allein zu sein.
Durch die große Weite herrscht dort eine andere Atmosphäre, als in Deutschland. Dort hat man als Ausländer mehr Freiheit, auch Bewegungsfreiheit.
Die Weite ermöglicht grenzenlose Bewegung. Man kann sich ganz in den Prozeß der Bewegung vertiefen. In den USA gibt es einen weiten Blick. Städte werden als unangenehm und bedrohlich gesehen. Natur ist ein positiver Wert. Cowboys sind naturverbunden. Die Lebensweise des Landes wird der Stadt vorgezogen.
"Auf der einen Seite, die Leute, die die Dollarzeichen in den Augen haben, auf der anderen Seite sind noch die Oldtimer da, die noch nach den alten Regeln noch leben. Auf dem Lande."
4. 1. 3. 2. Individuelle Freiheit
Es besteht Sehnsucht nach einem ungezwungenen, ungebundenen Leben. Abweichungen von Normen gelten in Deutschland als fast kriminell. Die Abhängigkeiten des Berufslebens werden im Privatleben vermieden. Das Brechen von Normen ist positiv. In den USA ist man lockerer und ungezwungener. Die Atmosphäre in der Szene ist ungezwungen und entspannt.
"Es gibt genug Dinge im Leben, wo ich mich in Abhängigkeiten begeben muß, notgedrungen, sei es beruflich oder irgend etwas. Da muß ich das in meinem Privaten nicht auch noch haben."
Deutschland ist unfrei und streng. Hier reguliert die Bürokratie alle Vorgänge mit Gesetzen und Vorschriften. Regeln werden nicht grundsätzlich abgelehnt, aber oft als übertrieben empfunden. Selbst das in das gesellige Zusammensein am Lagerfeuer wird durch den Staat eingegriffen. Der Staat nimmt den Bürgern einen großen Teil ihres Verdienstes durch die Steuern weg.
"Mich stört hier in Deutschland dieser fürchterliche Bürokratismus. Wirklich, man kann heute nichts mehr machen ohne das nicht irgendwelche Vorschriften und Gesetzte und alles mögliche ist. Man hat also hier also praktisch keine Freiheit."
Entwicklungen in der Szene, die dem Grundsatz der Freiheit widersprechen, wie Verbissenheit, Vereinsmeierei und Kleinlichkeit werden abgelehnt.
"Also mich stört sehr mit welcher Verbissenheit die Leute dabei sind. Also Vereinsmeierei oder so was. Diese Kleinkrämerei, die dahinter hängt. Ich finde, die macht sehr viel kaputt. Also ich bin durchaus dafür, daß es irgendwelche Regeln gibt, die eingehalten werden müssen, aber sobald da irgendwelche Leute da anfangen mit starken Profilneurosen zu arbeiten, machen die für mich die ganze Sache kaputt."
Obwohl die USA positiv als Verkörperung der Freiheit gesehen werden, werden sie am Maßstab der Freiheit gemessen und kritisiert. Folgende Aspekte werden an den USA als unfrei empfunden:
- Intoleranz
- Prüderie
- Konservatismus
- Übertriebene scharfe Vorschriften
- Zu große Vollmachten der Polizei
- Justiz ist ungerecht
 Folgende Eigenschaften der USA werden begrüßt:
- Ungezwungenheit
- Unbefangenheit
- Freiheitlichkeit
- Ein freieres Staatverständnis
- Land der unbegrenzten Möglichkeiten
4. 1. 3. 3. Verbindung von räumlicher und individueller Freiheit
Es gibt eine direkte Beziehung zwischen persönlicher Freiheit und räumlicher Unbegrenztheit. In den dünn besiedelten Flächenstaaten der USA kann man sein Leben nach seinen eigenen Wünschen gestalten. Wegen dieser dünnen Besiedlung kann man sich auch gegen die dortige Intoleranz durchsetzen.
Durch die Weite der USA wird man freier. Man ist dadurch ungebunden und vergißt die Zeit. Durch einen weiten Blick hat man ein Gefühl von Freiheit.
"Ich glaube durch dies ganze große Land wirst du schon freier. Weil du nicht so gebunden... ich weiß es nicht, du wirst glaub ich auch die Zeit vergessen, irgendwie. Durch den ganzen großen Raum und die Atmosphäre alleine schon."
4. 1. 3. 4. Freiheit durch Country & Western Kultur
Durch amerikanische Freizeitkultur zeigen die Menschen ihr Bedürfnis nach mehr Freiheit. Ein Cowboy symbolisiert Freiheit. Angeregt durch das amerikanische Beispiel des ungezwungenen Äußeren tragen Angehörige Country Szene Kleidung die sie als bequem und nicht einengend empfinden. Western Outfit im Arbeitsleben ist Brechen von Normen. Country Musik transportiert ein Gefühl der Freiheit. Deutsche Country Bands thematisieren die Konflikte der Bürger mit den Behörden.
I: "Wenn sie jetzt mal so an Deutschland denken. Dann ist es ja so daß viele Menschen an amerikanischer Freizeitkultur interessiert sind was denken sie, warum das so ist?"
L: "Es ist frei, viele verbinden das wahrscheinlich mit Freiheit, mit leger. Sehen sie, ich trage auch schon seit Jahren keine Krawatte mehr. Wenn ich irgendwo mal hingehe wo ich muß, da nehm ich nen Bolo Tie. Ist viel bequemer."
Dieser Wunsch nach räumlicher Freiheit wird auch direkt mit der Country & Western Kultur verbunden. In Deutschland fehlt zur wirklichen Umsetzung der Country & Western Kultur die Weite der USA.
"Country erinnert an das weite Land, an Freiheit"
4. 1. 4. Authentizität
Authentizität ist ein zentraler Wert in der Szene. Sie dient als Maßstab zur Einschätzung von Musik, Texten, Tänzen, Mode, anderen Subszenen und auch von Phänomenen außerhalb der Szene. Country Musik wird als eine Art Volksmusik verstanden. Damit ist auch eine Suche nach dem Ursprung verbunden.
Musik ist authentisch, wenn sie bestimmte Instrumente wie Banjo, Geige und Steel Gitarre enthält, wenn sie amerikanisch ist oder an amerikanische Country Musik angelehnt ist, wenn sie von Hand gemacht und nicht hochtechnisiert ist. Country ist deshalb im Gegensatz zu computerisierten Pop authentisch. Die Country & Western Attitüde der Künstler sollte nicht aufgesetzt sein. Fachfremde Interpreten, beispielsweise aus dem Schlagerbereich, die sich an Country & Western versuchen, werden abgelehnt. Dies geschieht nur um von Country Muse zu profitieren. Das Bühnenoutfit der Künstler soll zu Country & Western passen.
Texte sind authentisch, wenn sie glaubwürdig sind, wenn sie von der Realität handeln, wenn sie Identifikation zulassen. Deutsche Texte werden durch die Übersetzung unauthentisch. Die Texte müssen ein bestimmtes Lebensgefühl ausdrücken.
I: Welche Texte von Country sind ihnen wichtig?
Q: Die Texte, wo es um Erfahrungen geht, die die Leute persönlich gemacht haben. Also Schnulzen sind schön, ohne weiteres, aber ich höre eher bei Texten hin, wo es darum geht, welche Erfahrungen die Leute gemacht haben. Oder wo es um das Leben von irgendwelchen Leuten geht. Wo ich auch sagen kann, das sind Sachen, die sind möglich. Also wo ich nicht der Meinung bin das ist ein Sänger oder ein Schreiberling, der hat sich irgendwas zusammengeschrieben, was er so gar nicht erlebt hat.
Ich mag die Songs, in denen Geschichten erzählt werden. Beispiel. Nur mal ein Beispiel von einem Interpreten, der heißt David Allen Poe, der hat ein Lied gemacht das heißt "The Devil was to blame". Das ist eine Geschichte über eine Frau die viele Stunden oder viele Tage in der Woche alleine verbracht hat, weil ihr Mann ständig auf nem LKW saß hat und durch die Lande gefahren ist. Und irgendwie hatte die Familie schon vier Kinder und es war ohnehin schon schwierig die durchzukriegen und dann hat sie noch ein Kind erwartet. Und irgendwie alle Nachbarn wußten, daß ihr Mann nicht der Vater ist. Und letzten Endes hat der Ehemann nicht mehr diesen Druck ertragen, daß alle wußten, daß er eben nicht der Vater ist. Das sie ihn quasi gehörnt hat. Und hat sich dann das Leben genommen. Also eine relativ traurige Geschichte. Auch eine relativ reale Geschichte. Also eine Geschichte, wie sie sich tagtäglich irgendwo auf dieser Welt in dieser Form ereignet.
Kleidung ist authentisch wenn sie an historische Vorbilder angelehnt ist, dem aktuellen amerikanischen Vorbild entspricht, zur Situation paßt oder praktisch und frei von überflüssigen Verzierungen ist.
Diese Definitionen geraten in Konflikt zueinander.
"Original Outfit heißt eben: Nicht mit normalen Schuhen, sondern das mußten Stiefel sein. Jeans, das geht so gerade noch, aber die Jeans durften keinen Reißverschluß haben, die mußten geknöpft sein. Schöne, echte."
" Während in der Country Szene in Deutschland, was in Amerika auch nicht der Fall ist, häufig dieser Hollywood Cowboy verbreitet ist. Das heißt, da werden auch Sporen und Colt getragen und irgendwelche bunten Lederstulpen und hast du nicht gesehen (= alles mögliche). Das sind Sachen, die du in Amerika in der Form überhaupt nicht findest. "
Authentizität wird auch von Tänzen gefordert. Hier werden insbesondere von Western Hobbyisten alte Tänze den neuen vorgezogen.
Die Suche nach dem Ursprung ist zentral. Es kommt um die Frage wer der Authentizität auch zu Konflikten in der Szene:
"Aber wir wurden angesprochen teilweise von diesen Cowboys 'was wollt ihr eigentlich, ihr seid ja noch nicht mal richtige Cowboys' Da haben wir uns wirklich schlapp gelacht. Da haben wir gefragt 'Was sind denn richtige Cowboys, ihr etwa? Ihr etwa?' Also mit so was darf man mir überhaupt nicht kommen. Was ist denn ein richtiger Cowboy? Treiben die hier Rinderherden? Haben die etwa aufgerissene Hände von irgendwelchen Sachen? Haben die Brandeisen?"
4. 1. 4. 1. Schwierigkeit der Authentizität in Deutschland
Country & Western ist ein amerikanisches Phänomen, welches durch die Übertragung nach Deutschland schwierig wird. Es gibt in Deutschland keine Cowboys, keine sehr großen weiten Flächen und auch die Arbeitsbedingu


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